Das bitterkalte und doch warme Bolivien

Isla del Sol – Titicacasee

Von Copacabana aus machten wir uns morgens früh auf den Weg zur Fähre. Die Isla war in Sichtweite, unso mehr erstaunte uns die Fahrzeit von 2h pro Weg. Als wir dann erstens die Fähre und zweitens die Motoren sahen, verstanden wir – Holzkatamarane mit ca. 70 Passagieren und zwei 75er Motörchen. Da ist jedes hundsgemeine Motorboot bei uns besser ausgestattet. Naja egal, nach 2h Überfahrt kamen wir im Nordteil der Insel an. Dort erwarteten uns einige mega schöne Strände und eine unheimlich schöne Aussicht auf den See und im Hintergrund die über 6000m hohen Cordilleras (ein Teil der Anden). Wir wanderten dann gut 3h quer über die Insel, was schön aber dank des hügeligen Weges auch anstrengend war. Richtig genervt haben wir uns ab den Einheimischen, die insgesamt dreimal eine Gebühr verlangten um den Weg zu benutzen. Beim letzten „Zahlhäuschen“ musste sich der Mann von mehreren Touristen eine Standpauke anhören, man kann es auch übertreiben mit den Zusatzgebühren nur für Gringos – „bini gopfriedstutz e Kiosk oder bini öpe e Bank?!“ Wir genossen trotzdem unser Aufenthalt auf der wirklich sonst schönen Isla del Sol und vergassen schnell wieder die nervige Kleinigkeit. Am nächsten Morgen gings dann wieder mit der Fähre zurück nach Copacabana, von wo aus wir den Bus nach La Paz nahmen.


La Paz

Hier mal kurz eine Quizfrage: Was ist die Hauptstadt von Bolivien? … logisch La Paz…… Bähhh falsch – nicht La Paz, sondern Sucre ist die offizielle Hauptstadt Boliviens, in La Paz liegt lediglich der Regierungssitz (und alles andere wichtige) plus ist sie die grösste Stadt Boliviens. So das wäre die Geo-Lektion schon gewesen 😉

In La Paz angekommen fuhren wir zuerst durch hektische, nicht sehr freundlich aussehendene Gegenden. Die Bauart der Stadt war jedoch faszinierend, La Paz ist in einem Tal gebaut und die Agglo hing sozusagen am Hang. Im Zentrum wurden die Häuser dann schöner und die Gegend insgesamt viel freundlicher. Am nächsten Tag gings dann auf Erkundungstour – La Paz ist eigentlich ein riesiger Markt, man kann kaum ein paar Blocks spazieren ohne an einem Markt vorbei zu kommen. Mit Abstand am interessantesten war der Hexenmarkt, hier hingen ausgetrocknete Lamaföten und Lamababies an den Ständen und auch Zaubertränke gabs zu genüge. Zum Markt dazu gibts noch ein paar gruslige Geschichten über die alten (und zum Teil noch heute aktuellen) Praktiken der Hexen und Shamanen.


Death Road & Coroico

Nach 2 Nächten in La Paz setzten wir unsere Reise Richtung Coroico fort. Dafür entschieden wir uns mit dem Mountainbikes die berühmt- berüchtigte Death Road „Most Dangerous Road in the World“ zu nehmen. Bestimmt hat jeder schon mal eine Doku dieser Strasse gesehen, eine relativ schmale Kiesstrasse mit steilen Hängen und engen Kurven. Bis vor ein paar Jahren war dies die einzige Strasse in den nördlichen Teil, heute gibts jedoch eine asphaltierte Autostrasse. Das heisst die sogenannte Death Road ist nur noch tödlich, wenn Velofahrer sich überschätzen und den Hang hinuter stürzen, Verkehr gibt’s ansonsten kaum noch auf der Strasse. So sind wir alles die (nicht so-) Death Road runter gefahren, während Adrian ein mega Spass hatte, empfand Nicole das Geschüttle auf der Kiesstrasse als unangenehm bzw. anstrengend. Unten angekommen spürte man jeden Muskel der Arme, da man sich ziemlich gut festhalten musste um die Kontrolle über das Bike zu behalten. Zum Abschluss gabs dann noch ein Buffet am Pool wo wir alle nochmals von (verda***) Sandflöhen gebissen wurden, nervige Biester!😠 Danach waren wir nur noch gute 10min vom Dörfchen Coroico entfernt, wo wir das Wochenende verbringen wollten. Was wir jedoch nicht bedachten, war Boliviens Nationalfeiertag – so erlebten wir eine Riesenfiesta mit Paraden und Reden mit, es schien als ob alle nach Coroico strömten und dementsprechend voll war es auch. Wir genossen trotzdem das warme Wetter und besuchten die nahegelegenen Wasserfälle. Nach dem Wochenende gings zurück nach La Paz von wo aus wir unseren nächsten Trip planten.

Salar de Uyuni

Mit einem Nachtbus gings nach vollendeter Planung bzw. Buchung ins bitterkalte Uyuni. Um 05:00h bei gefühlten -10C zitterten wir uns durch das Städtchen und kämpften um Plätze vor dem Ofen. Dann ging’s endlich irgendwann los und unsere 3-Tagestour zu der weltgrössten Salzwüste, farbigen Lagunen etc. startete. 

In einem 4×4 Jeep tuckerten wir zuerst zu einem Zugfriedhof, wo vor etlichen Jahren einfach Züge stehen gelassen wurden, da die Bahnlinie nicht mehr in Betrieb war. So kletterten wir auf teils rostigen Lokomotiven und Zugswaggons herum, was lustig und irgendwie eindrücklich zugleich war. Danach fuhren wir dann zur Salar de Uyuni, der Salzwüste (bzw. zur Regenzeit Salzsee) mit einer Fläche von über 12000km2 die auf 3600m gelegen ist. Man kann kaum beschreiben wie eindrücklich das Ganze ist. Man steht auf einem Meer vom Salz und es hört einfach nicht mehr auf – von allen Seiten blendet die Sonne, macht man ein paar Schritte rückt alles in Retroperspektive. Echt cool! Es bietet sich also an lustige und doofe Fotos bzw. Videos zu machen😄 wir hatten unseren Spass! Mitten in der Wüste trifft man auf die Isla de Pescado, eine Insel welche mit riesigen Kakteen übersäht ist – Achtung Verletzungsgefahr, vorallem wenn Adrian einem die Hände drauf drückt. Alles in allem ein gelungener Tag, den wir mit einer Nacht im Salzhotel abschlossen. Dort brachten wir dem französischem Rest unserer Gruppe mal wieder „Fuck-the-Neighbor“ bei und spielten bis es zu kalt wurde um die Karten zu halten. Am nächsten Morgen ging es dann früh weiter und wir fuhren aus der Salzwüste ins Vulkangebiet nahe der chilenischen Grenze. Dort konnten wir Lagungen welche Flamingos beherbergen bewundern. Flamingos sind so lustige Vögel, mind. zwei bewegen sich immer synchron😆. Highlight des Tages war die Laguna Colorado, welche dank vulkanischen Mineralien rot leuchtete. Die Nacht verbrachten wir in einem „Refugio“, eine minimal augestatte Unterkunft mit ein paar Betten und WC. Es wurde wieder eiskalt (-10 bis -15C), doch im Gegensatz zu unserem franz. Mitreisenden, waren wir gut vorbereitet und standen die Nacht ohne zu frieren in unseren je zwei Schlafsäcken mit nur Thermowäsche durch. Der letzte Tag der Tour fing früh an: um den Sonnenaufgang bei den Geysiren zu geniessen, mussten wir um 05:30h los. Angekommen im Vulkankrater sahen wir nebst einem tollen Sonnenaufgang auch verschiedene Geysire dampfen. Es war aber noch so kalt, dass wir schnell wieder ins Auto sassen und uns auf die heissen Quellen am nächsten Stopp freuten. Danach fuhren wir nochmals zu verschiedenen Lagunen und durch die Desierto de Salvador Dali, einer farbigen Landschaft – mega! Am Nachmittag waren wir denn zurück in Uyuni, dem Start-/ Zielort, von wo aus wir einen Bus nach Potosí nehmen wollten. Doch leider fuhren wegen Strassenblockaden (von wütenden Minenarbeitern) keine direkten Busse, so dass wir über Oruro mussten und dort gleich die Nacht verbrachten.


Oruro &  Potosí

Oruro selbst ist ein kaum erwähnenwertes Städtchen – es gibt kaum was zu sehen, ist nicht besonders schön und von freundlichen Menschen wimmelts hier jetzt auch nicht. Dementsprechend froh waren wir, als wir dort einen Potosi Bus fanden.

Abends kamen wir dann in der „silbernen Stadt“ an und assen noch was vom Markt bevor wir müde von den vielen Busfahrten ins nächste Bett fielen. Am nächsten Morgen erkundeten wir dafür um so früher die schöne Innerstadt. Viele Märkte, wieder mal eine grosse Strassenparade und tolle Kolonialarchitektur. Eigentlich war noch eine Minenbesichtigunh geplant, wegen der Streiks entschieden wir, dass es wohl nicht der beste Zeitpunkt ist und wir die Tour auslassen. So nahmen wir halt schon am Abend den Bus weiter nach Sucre, der anscheinend schönsten Stadt Boliviens.

Sucre

Angekommen in der Hauptstadt, ohne jegliches Hauptstadtflair, stellten wir schnell fest, dass Sucre wirklich den Namen „weisse Stadt“ verdient. 80-90% der Gebäude sind leuchtend weiss, was sehr untypisch für Südamerika ist. Bolivien ist ja zurzeit eines der kriminellsten Länder des Kontinents, doch hier in Sucre fühlt man sich gleich sicher. Also blieben wir drei Nächte, erkundeten etwas die schöne Stadt und schauten abends Olympia (mit nur 1h Zeitverschiebung geht das auch super). Eigentlich wollten wir noch in einen Dino-Park, wo man anscheinend tausende Dinosaurierspuren entdecken kann – wir hatten aber mit einem Montag schlechtes Timing, der Park (wie auch die meisten Museen) hatte geschlossen. Dies gab uns dafür mehr Zeit unsere letzte Woche in Bolivien und mit Sheena zu planen. Irgendwie mussten wir nach Santa Cruz kommen von wo aus wir alle weiter fliegen würden. Laut unseren Recherchen ist die Busfahrt nicht nur lang, sondern auch noch eine gefährliche Strecke, also nahmen wir das zwar etwas teurere jedoch bequemere Flugzeug am Dienstag Morgen.


Santa Cruz, Samaipata

35min später landeten wir schon in Santa Cruz de la Sierra und wurden von 30C und um einiges höherer Luftfeuchtigkeit empfangen. Yay endlich wieder Sommerwetter! Leicht schwitzend suchten wir nach einer Unterkunft und genehmigten uns danach gleich mal ein Glacé. Santa Cruz ist eine coole und auch relativ moderne Stadt, die sich gegen die Anti-USA Einstellung der Regierung etwas sträubt. Dementsprechend gibts hier nicht mehr viele traditionell indigene Leute, dafür um so mehr „westlich“ (eigentlich müsste man östlich sagen) angehauchte Restaurants und Läden. Interessant! 

Da wir noch ein paar Tage vor uns hatten und diese nicht einfach in der Stadt verbringen wollten, nahmen wir am nächsten Tag gleich ein Collectivo nach Samaipata. Von dort aus ist man in nächster Nähe zum Amboro Nationalpark, wo wir einige letzte Wanderungen machen wollten. An zwei Tagen machten wir (bzw die erste nur Adi & Sheena, da Nicole kränkelte) zwei verschiedene Wanderungen in die umliegenden Gebiete. Wir hatten auch wieder Wetterglück und der prognostizierte Wetterumschwung kam nie bis zu uns durch. Bevors dann wieder zurück nach Santa Cruz ging, besuchten wir noch die Inkastätte El Fuerte, eine der grössten von Bolivien. Es war zwar ein schöner Morgenspaziergang, doch wir fanden alle, dass wenn man das prächtige Machu Picchu gesehen hat alles andere einem klein vorkommt. 


So ging es zurück nach Santa Cruz, wo wir noch einen Tag verbrachten, ehe es wieder Abschiednehmen hiess. Am Sonntagabend flog Sheena weiter nach Kuba, die zweitletzte Destination auf ihrer Weltreise. Nach 7 Wochen des Zusammenreisen in Peru und Bolivien waren wir natürlich alle etwas traurig Tschüss zu sagen. Wir hatten noch eine Nacht mehr hier und fliegen in ein paar Stunden zu den Iguazu-Wasserfällen!

Dschungel, Canyon & Hochlandsee 

Es scheint als ob wir die Internet-schwache-Zone vorerst verlassen haben 😉 wobei auch offline sein überhaupt nicht schadet.

Nationalpark Manu – Amazonas

Vor mittlerweile fast 2 Wochen sind wir um 05:30h Richtung Manu Nationalpark los gefahren. Der Manu gehört zu den artenreichsten Teilen des Amazonasbecken und ist zu weiten Stücken noch unberührt. Nur etwa ein Viertel des Nationalparks ist für das normale Volk zugänglich, im restlichen Teil leben bis heute noch Stämme die quasi noch nie Kontakt zur Zivilisation hatten – sie werden freundlicherweise „no-contact-people“ genannt. 

Tag 1 &2: der erste Tag bestand zum grössten Teil aus einer Busfahrt, dabei hielten wir an kleineren Attraktionen wie einer prä Inkastätte und einem Dorf wo gerade ein Fasnacht ähnliches Fest zu Ende ging (inkl. Guggenmusik). Endlich am Parkeingang angekommen, verstanden wir warum der bergige Teil des Manu’s Cloud-Forrest genannt wird. Wir standen an einem „super“ Aussichtspunkt und sahen eigentlich nur Wolken mit ein paar grünen Flecken😄. Je tiefer ins Tal wir fuhren, je mehr Dschungelfeeling kam auf. In diesem Teil sollte es neben Affen und unzähligen Vögeln auch Brillenbären geben. Um diese zu sichten braucht man jedoch extremes Glück (welches wir leider nicht hatten), es soll sogar Tourguides geben die trotz jahrelanger Erfahrung noch nie einen Brillenbären gesehen haben. Dafür haben wir die ersten Affen beobachten können, was auch sehr cool war!🐵 Am Abend kamen wir dann im Hotel an und durften zum letzten Mal für den 7-tägigen Trip warm duschen😳. Unser Tourguide lachte nur ab unserer Eitelkeit und meinte es sei noch niemand von kalt duschen gestorben – wo er wohl recht hat… Am nächsten Morgen gings wieder früh los (mittlerweile heisst ausschlafen für uns um 07:00h auf zu stehen!) um zu einer Tierauffangstation zu gehen. Auf dem Weg dorthin konnten wir die ersten Ara’s, kleine Tukane und sonstige kleine Papageien bestaunen. In der Station angekommen verliebten wir uns alle gleich mal in das Faultier, was für ein herrliches Leben: Sleep, eat, repeat! Nebst dem Faultier hatte es noch ein Tapir, ein paar (doofe) Äffchen, Ara’s und Capibaras (Riesennager). Vor allem das Wolläffchen war sehr von Nicole angetan und machte es sich auf ihrem Kopf bequem – als ein anderes Äffchen auch zu Nicole wollte kämpften die zwei auf ihrem Kopf & Schultern (!!!!!) um den anscheinend begehrten Platz. Sieger war natürlich das Wolläffchen, Verlierer war definitiv Nicole den sie war danach von Kopf bis Fuss voller Dreck! Adrian & Sheena fanden es jedoch sehr lustig und es wurde zum Witz der nächsten paar Tage. Danach gings zu Fuss weiter zum Fluss wo wir auf das Motorboot wechselten, ab hier waren wir wirklich im Dschungel & Amazonas angekommen – es wurde immer wärmer und das Klima feuchter. Da wir die einzigen waren die eine 7 Tage Tour gebucht haben, konnten wir eine Privattour geniessen – d.h. ein Tourguide, ein Koch und zwei Bootmänner nur für uns, es war der Hammer! Nach rund 5h auf dem Boot und einem ersten Eindruck des Dschungels kamen wir an der Grenze der „Zona Reserva“ an. Hierhin dürfen nur 6 beim Staat registrierte Tourunternehmen, dem entsprechend teuer aber auch abseits des Massentourismus ist es. Hier gibt es bspw. nur von 18-22.00h Strom und alle Güter müssen per Boot geliefert werden, denn Strassen führen hier keine hin. 


Tag 3&4: So nach der langen Reise sind wir endlich wo wir hin wollten: Zona Reserva & Rio Manu, hier gibt es die meisten Tiere und die Chance einen Jaguar zu sichten ist hier am grössten (kaum Menschen, die Tiere wissen hier kaum was es heisst gejagt zu werden). Das heisst für uns Augen und Ohren offen halten, jede Bewegung zwischen den Bäumen und im Wasser könnte ein Tier sein. Lange fuhren wir nicht und wir sahen schon die ersten Kaimane (gehört zur Krokodilfamilie), wunderschöne grosse Tukane (die zu schnell für die Kamera waren), Schildkröten, Komorane, etliche Reiher und natürlich Affen. Es war so schön den Tieren vom Boot aus zu zusehen, die meisten interessierten sich kaum für uns und sahen nicht mal in unsere Richtung😊. In mitten der Zona Reserva fanden wir dann unsere Lodge wo wir die nächsten zwei Nächte bleiben würden. Sie bestand aus auf Plattformen gebauten Zelten, sehr rustikal doch mitten im Dschungel. Gut 15min zu Fuss entfernt davon lag ein kleiner See mit einer Aussichtsplattform, kaum da sahen wir gerade ein Riesenotter vorbei schwimmen und auch ein schwarzer Kaiman. Im Wald selbst sahen wir vor allem viele Insekten, riesige Bienen- und Wespenneste, Termitenhügel, Ameisenvölkern in allen Grössen und Farben und leider auch viel zu viele Moskitos. Ohne Mückenrepellent ging man nie aus den „Haus“, so wurden wir  kaum gestochen bzw. nur Adrian musste ein bisschen mehr hin halten und Sheena jammerte dafür genug für uns alle. Als dann die Nacht kam und wir bei Kerzenschein zu Abend assen wurden die Dschungelgeräusche immer lauter und irgendwie auch näher. Nicole kriegte die erste Panikattacke als sie realisierte, dass die grün leuchtenden Augen ÜBERALL Spinnen waren, Adrian musste dann auf Spinnenjagd und Nicole machte keinen Schritt mehr alleine in der Dunkelheit. (Tja, er wusste ja auf was er sich einliess). Am nächsten morgen war es wieder hell und alles vergessen. Nur eine halbe Stunde mit dem Boot entfernt befand sich nochmals ein See wo wir mit einem Holzfloss 2-3h langsam auf dem See paddelten (gepaddelt haben natürlich unsere zwei Bootsmänner😜) dort konnten wir nebst wieder vielen Vögeln, einem Riesenotter beim jagen zu sehen – die Piranhas schienen ihm zu schmecken und Adrian verging vor Neid. Auch hatten wir das Glück eine kleine Familie von roten Brüllaffen beim Blüten essen von ganz nah zu beobachten. Danach liefen wir für insgesamt gut 3-4h durch verschiedene Teile des Dschungels wo die verschiedenen Affen über unseren Köpfen sich von Baum zu Baum schwangen – ein echtes Erlebnis. Wir lernten auch viel über die Flora des Manu’s, bspw. gibt es ein Baum der mit der Hilfe eines bestehenden Baumes schnell an Höhe gewinnt, hat er ihn dann überkront schliesst er den Baum in sich ein und wächst um ihn herum bis er ihn schliesslich verdrückt – ein wahrer Schmarotzer/ brutaler Mörderbaum. Zum Mittagessen zurück im Camp fragte Adrian (zum x-ten Mal) ob wir nicht Piranha fischen könnten. Eigentlich wäre das verboten in der Zona Reserva, aber die Dame die das Camp betreute kannte einen (auch verbotenen) Ort, wo man unbemerkt fischen konnte. So gingen wir alle inkl. Koch und Bootsmänner Piranhas fischen. Es war mega lustig, jeder meinte er konnte es besser als der andere, die Fischerruten waren nur verstärkte Schnur mit einem Haken dran, hatte man einen Fisch mussten man schnell von Hand hochziehen. Das entfernen des Hakens aus den noch lebenden (und zu beissenden) Piranhas war der schwierigste Teil, die Campdame musste auch ein bisschen vom Finger lassen bei einem Versuch. Gefangen haben wir nebst dem bekannten roten auch gelbe, schwarze und weisse Piranhas. Adrian fing noch ganz einen anderen Fisch, der nicht weniger scharfe Zähne hatte als die anderen. Das ganze (eigentlich illegale) Treiben wurde von einem Kaiman im Wasser aus nächster Nähe (5m) beobachtet, unser Guide sagte uns erst nachher das der Kaiman sehr hungrig schien und wohl am liebsten uns verspeist hätte😋. Wir hatten jedenfalls mit der ganzen Crew einen erlebnisreichen Nachmittag und konnten nebst dem fischen auch wieder Otter und Affen beobachten. Zum Abendessen gabs dann natürlich die Piranhas, Adrian ass einen Ganzen, während die Mädels nur kleines Stück probierten. Zum essen sind sie wegen der vielen Gräten sehr mühsam – nebst dem kaum vorhandenen Fleisch dran ein Hauptgrund warum sie nicht kommerzieller gefischt werden – geschmacklich waren sie aber ganz gut. In dieser Nacht ging Adrian noch alleine mit dem Tourguide auf eine Nachtwanderung, ausser Spinnen und Riesenmotten gabs aber nicht viel zu sehen.


Tag 5&6&7: Am letzten Morgen in der Zona Reserva konnten wir nochmals auf die Pirsch und waren plötzlich umgeben von einer Familie Brüllaffen und einer Kapuzineraffen, es raschelte nur noch um uns herum. Nicole sah als einzige noch eine kleine Schlange, nach dem der Tourguide aber fast draufgestanden ist, schlängelte sie so schnell ins Gedicht das wir sie nicht mehr fanden. Leider mussten wir uns dann wieder auf den Weg aus der Zona Reserva machen. Wir sahen nochmals Riesenotter, viiiiiele Papageien (Ara’s in freier Natur sind was vom aller schönsten!), Capibaras und Totenkopfäffchen, leider aber kein Jaguar😔 (kein Geisserglück). Am nächsten Tag kamen wir dann doch noch einem Jaguar ein bisschen näher, als wir für eine Biopause kurz hielten entdeckten wir Fussabdrücke eines Jaguars, obwohl wir zu Fuss noch ein wenig suchten fanden wir die Katze nicht. Auf dem weiteren Weg Flussaufwärts sahen wir leider nicht mehr viel tierisches, dafür genossen wir die Bootsfahrt, konnten in heissen Quellen baden und hatten ein Riesenspass als wir der Crew an einem seichten Ort halfen das Boot zu schieben (zum Glück trocknen Hosen schnell auf dem Boot). Die letzte Nacht verbrachten wir dann auf einem kleinen Hügel in einer Lodge. Da wir noch genug Zeit am Abend übrig hatten, spielten wir mit der Crew Fussball im Sand. Anscheinend hat das Handsgoal von Peru gegen Brasilien an der Copa Spuren hinterlassen – bei der kleinsten Berührung in Armnähe wurde Hands geschrien🙈 es machte jedenfalls sehr viel Spass und endete Unentschieden. Gewonnen haben nur die Sandflöhe, wir wurden aufs Übelste gebissen und unsere Beine juckten noch tagelang (Antibrumm wirkt nicht bei den Biestern). Nach dem Z’Nacht konnten Adrian und Sheena noch eine andere Gruppe auf einen Nightwalk begleiten und sahen sogar auch noch eine Schlange. Am letzten Tag gings dann wieder zurück nach Cusco, viel vom Dschungel hatten wir da nicht mehr. 


Adrian hat eine Lise geführt mit den Tieren die wir gesehen haben (Vögel sind bei weitem nicht alle drauf):

  • Wool monkey
  • Brown capuchin monkey
  • Roadside hawk
  • Brown (andes) putu
  • Gray putu
  • Soldier flycatcher
  • Umbrella bird
  • Black boldjer
  • Dusky titi monkey
  • White cayman
  • Black cayman
  • White troated Tucan
  • Yellowsideneck turtles
  • Skull monkey
  • Amazon kingfisher
  • Black spider monkey
  • Red howler monkey
  • White capuchin monkey
  • Green kingfisher
  • Rink kingfisher
  • Capibara
  • Tayra
  • Black piranha
  • Yellowbelly piranha
  • Redbelly piranha
  • White piranha

Die Woche im Dschungel war eine super coole Erfahrung und wir würden es nicht missen wollen! Es war einfach unvergesslich schön und erlebnisreich zugleich.

Colca Canyon

Zurück aus Manu nahmen wir gleich den nächsten Nachtbus in Richtung Colca Canyon im Südwesten Perus. Dort planten wir einen der weltweit tiefsten Canyons in einem 3-Tages-Trek zu erkunden. Bevor wir uns aber gleich ins nächste Abenteuer stürzten, gabs noch einen Tag Pause den wir nutzten um (wieder sehr früh morgens) zum Cruz del Condor  Aussichtspunkt zu fahren. Was es dort wohl zu beobachten gab, sagt schon der Name – Andenkondore, die grössten flugfähigen Vögel der Welt. Zu anfangs sahen wir nur von weitem ein/ zwei Kondore im Canyon kreisen. Doch je wärmer es wurde, je mehr Kondore flogen uns um die Köpfe. Gezählt haben wir 14 Stück, wir hatten anscheinend Glück😊 der prächtige Geier ist sonst nicht in einer solchen Vielzahl zu bestaunen.

Am nächsten Tag starteten wir dann unsere Wanderung. Dafür liefen wir vom auf 3300m gelegenen Cabanaconde gut 4 1/2 Stunden abwärts nach Llahuar (2000m). Der Weg bestand zu grössten Teilen nur aus Kies und Schotter, dementsprechend fühlten sich unsere Beine an. Irgendwie waren wir alle drei nicht so fit und das Laufen hat uns echt erschöpft. So lagen wir am Nachmittag nur am Fluss herum und probierten uns zu erholen. Am nächsten Morgen waren wir noch immer müde und wussten nicht wie wir den 5-6 stündigen Weg vor uns schaffen sollten. Darum entschlossen wir etwas zu mogeln und nahmen für ein Teilstück den Bus😳🙈😔. Den erneuten Abstieg in die im Canyon gelegene Oasis Sangalle reichte unseren müden Körpern aus und wir konnten den restlichen Tag am Pool entspannen, der nächste Morgen wird nämlich genug anstrengend sein. Um ca. 05:15h wanderten wir los um den steilen Hang nicht in der Sonne besteigen zu müssen – die Oasis liegt auf gut 2200m, unser Ziel Cabanaconde auf 3300m – dotiert wird der Weg mit 3 1/2h. Kurz vor 08:00h haben wir es endlich geschafft und erreichten unseren Ausgangsort wieder. Es hat sich gelohnt einen Tag Pause einzulegen, der Weg hatte es echt in sich, wir sahen einige Leute die ein Maultier benötigten bzw. noch vor halber Strecke völlig erschöpft an der Seite sassen. Unser Tagespensum war somit schon erreicht und unser Aufenthalt im Canyon ging zu Ende. Wir nahmen den nächsten Bus und fuhren weiter Richtung Puno. 


Titicacasee

Unser Weg nach Puno war etwas skurill, der Busfahrer meinte wir sollten an einer Kreuzung aussteigen und dort die Busse in die Gegenrichtung anhalten, so dass wir die eine Strecke nicht doppelt fahren. An der Kreuzung angekommen hielt aber kein Bus für uns an für mehr als eine Stunde. Schlussendlich stiegen wir bei einem Lastwagenchauffeur ein, der uns in der Nähe von Puno absetzen wollte. Leider haben wir wohl den langsamsten LKW von ganz Peru erwischt, bergauf hätte uns sogar eine Schildkröte mit 100kg Gepäck überholt – glücklicherweise war nur ca 1/4 des Wegs bergauf, hahaha! Es war die schrägste Fahrt die man sich vorstellen konnte, der Chauffeur stellte urkomische Fragen, zum Teil war uns schon etwas mulmig zu Mute. Wir sind jedoch schlussendlich trotzdem heil in Puno angekommen, es dauerte nur etwas länger als geplant.

Puno selbst liegt am Titicacasee, dem grössten Hochlandsee weltweit. Hier planten wir nur kurz zu bleiben, den eigentlich diente es für uns nur als Ausgangsort um auf die bolivianische Seite des Sees zu kommen. Einen Tag verbrachten wir also hier und nutzten das vorhandene WLAN um ein paar Rauchzeichen Richtung Heimat zu senden und Sheena musste unbedingt ein paar Flüge für ihre weitere Reise nach Bolivien buchen. Nachmittags unternahmen wir spontan einen Ausflug nach Islas Uros den schwimmenden Inseln (floating islands) auf dem See. Es war beeindruckend zu sehen wie hier die Menschen mehr oder weniger nur auf aus Schilf bestehenden „Inselchen“ ihre Hütten gebaut, die Inseln miteinander verbunden und so eine auf dem See treibende Stadt errichtet haben (wie es genau funktioniert weiss sonst sicher auch der gute, alte Herr Google). 



Adios Peru, Hola Bolivia

So und dann war es soweit, nach genau einem Monat Peru stiegen wir am nächsten Morgen in den Bus um 3.5 Stunden (und einen erstaunlich einfachen Grenzübergang) später auf der bolivianischen Seite des Titicacasees, in Copacobana, zu landen. Seit gestern sind wir nun hier und planen wie es die nächsten drei Wochen weitergeht. 

Morgen werden wir zur beliebten Isla del Sol auf dem See fahren, um dort ein wenig zu wandern und das grosse Blau zu geniessen. 

Das wär’s mal wieder von uns gewesen!