Vietnam – Part Two

So wie versprochen, der zweite Teil unserer Vietnam Berichterstattung. Danach habt ihr mind. bis zum nächsten Jahr Ruhe von uns😉
Ha Long & Baitu Long Bay

Stehen geblieben sind wir in Ha Long Bay, bzw. an Board des Gardenbay Cruisers, denn die Ha Long Bucht erkundet man am besten per Boot. Bei der Wahl der Kreuzfahrt entschieden wir uns nicht nur zur geschäftigen Ha Long Bay zu fahren, sondern auch die etwas weiter und ruhigere Baitu Long Bay zu besuchen. Kaum ging es los wartete an Board ein 8-gängiges Mittagessen auf uns – das beste Essen was wir bisher in Vietnam gegessen haben🍜🍚🍤🍣. Mit vollem Mägen setzten wir uns auf den Balkon unserer Kabine und genossen die wunderschöne Fahrt durch die atemberaubende Meereslandschaft mit ihren hunderten von Kalksteininselchen. In der Baitu Long Bay angekommen entschieden wir uns auf kleinen Ruderbooten durch ein auf Stelzen gebautes Fischerdorf zu fahren und so um die ein oder andere Insel gerudert zu werden. Bei wunderschönem Dämmerungslicht konnten wir die wohl besten Fotos des ganzen Boottrips schiessen und man bekam fast nicht genug der schönen Inselchen vor die Linse. Bevor es dann auf dem Schiff ein BBQ-Buffet zum Z’Nacht gab, lernten wir in der Cooking-Class wie man Frühlingsrollen zubereitet, der perfekte Apero! Der zweite Tag verbrachten wir mit zwei Co-Travellern auf einem kleineren Boot, da die meisten anderen Leute die Kreuzfahrt nur für zwei Tage buchten. So hatten wir zu Fünft praktisch ein privates Schiff mit privat Koch und Guide. Bei einem seltsamen Versuch zu fischen – wir mussten mit Hölzern Lärm veranstalten, um so die Fische in das Netz zu treiben – fingen wir zwei kleine Fische die wir schliesslich zurück in Meer warfen. Weiter ging es mit Kajaking, baden und einem gemütlichen Nachmittag inkl. einigen lustigen Diskussionen mit dem amerikanischen Paar mit uns an Board. 


Am letzten Morgen in der Bucht konnten wir noch eine der vielen Höhlen auf einer der Inseln besuchen und die Gesteinsformationen bestaunen. So ging unsere kleine Kreuzfahrt dann auch langsam zu Ende und am Abend fanden wir uns in Vietnams Hauptstadt Hanoi ein.

Hanoi & Ninh Binh

Kaum haben wir unsere Unterkunft bezogen, fiel uns den überall angebotenen Tagesausflug nach Ninh Binh ins Auge. Ninh Binh und die Region Tam Coc war sowieso auf Nicoles To-do Liste, also buchten wir ultra spontan für den nächsten Tag den Ausflug dorthin. Los ging es mit einer langen Busfahrt und speziellen Mitreisenden, die gleich von Beginn weg mehr nörgelten als was anderes. Die erste Station beinhaltete eine Tempelbesichtigung und das Besteigen eines kleinen Hügel mit schöner Aussicht über das Tal. Danach ging es weiter zum Dorf Ninh Binh wo wir nach dem Essen auf einem Ruderboot (die sind echt beliebt in Vietnam) durch die extrem schöne Landschaft, Kalksteinhöhlen und dschungligen-Hügel gerudert wurden. Sehr schön und vor allem sehr entspannend. Nach der Bootsfahrt und etwas Drama mit den anderen Nörgler-Touris konnten wir noch eine kleine Radtour unternehmen und so die Landschaft weiter geniessen – perfekt! Zurück in Hanoi besuchten wir noch den Nachtmarkt und die Bierstrasse, dort zahlt man für ein grosses Bier umgerechnet 0.75CHF 🍻 „cheapest beer in the world“. 


Der nächste Tag in Hanoi war gleichzeitig Ivo’s letzter Tag in Vietnam und die zwei Wochen sind uns wie immer eher wie zwei Tage vorgekommen. Auf einem Stadtspaziergang erkundeten wir Hanois Innenstadt – auf dem Markt staunten wir ab den angebotenen (lebenden!) Tieren, probierten nochmals Nuddelsuppe Pho 🍲, kauften ein paar Souvenirs und tranken den feinen vietnamesischen Ca-Phe ☕️. Am Abend dann hiess es Abschied nehmen und Ivo beging sich auf Heimreise zurück in die Schweiz. Wir hingegen blieben noch eine weitere Nacht in Hanoi und planten die weiteren Tage in Vietnam. 

Sapa
Nach gutem Wetter und Busrouten Studium entschieden wir uns in den Norden nach Sapa zu fahren. In Hanoi stiegen wir bei rund 18C in den Bus ein und in den Bergen gelegenen Sapa erwarteten uns „eisige“ 7C (wir wünschten uns einen Moment unsere Heim gesendeten warmen Kleider zurück). Das kleine (im Bauboom befindende) Dorf selbst ist überhaupt keine Schönheit, die umliegenden Täler mit ihren Reisfeldern jedoch schon und darum buchten wir eine zweitägige Wanderung durch die Täler inkl. Hmong Reiseführerin (die Hmong sind ein indigenes Volk Südostasiens) und Übernachtung in einem Homestay bei ihrer Familie. Auf einem rutschigen Weg das Tal hinab bekamen wir schnell die Reisterrassen und die dadurch fantastisch wirkende Landschaft zu sehen. Ein paar andere Hmong Frauen begleiteten uns und halfen den zum Teil schlammigen und schwierigen Weg durch die Reisfelder zu bewältigen, natürlich nicht umsonst, sie wollten ihre Handarbeiten verkaufen und durch ihre geleistete Hilfe konnte man fast nicht nichts kaufen. Smarter Schachzug von den unschuldig wirkenden Mädels😉. Gute 15km und hunderte Reisfelder später kamen wir dann im Elternhaus unserer Führerin an und lernten viel über das noch sehr traditionelle Hmong Leben, ihre Kultur und Bräuche. In der Küche wird noch mit offenem Feuer gekocht und so gab es zum Z’Nacht eine Auswahl an regionalen Speisen, was uns sehr gut geschmeckt hat. Geschlafen wurde im Holzhaus im „Gästezimmer“ während wir draussen die Hühner gackern, die Enten quaken und die Schweine quieken hörten, eine spezielle aber auch tolle Erfahrung! Der zweite Wandertag war mit 10km etwas kürzer als der erste führte aber durch die etwas schöneren Gebiete mit einem Wasserfall, eines Bambuswaldes (mit viiiiielen grossen ekligen Spinnen überall 🕷🕷) und einer zum Abschluss spannenden Fahrt auf dem Motorrad zurück in die Stadt Sapa. Alles in allem zwei schöne, wenn auch anstrengende Tage mit viel dreckiger Wäsche im Gepäck (es ist nicht immer so einfach auf den Reisfelder Rändern herum zu balancieren 😅). Zurück in Sapa kauften wir uns dann ein Busticket, fuhren mit dem Nachtbus nach Laos und verabschiedeten uns nach fast 4 Wochen von Vietnam. 

Angekommen in Laos fuhren wir nach einem Tag Busfahr- Pause in den Norden nach Luang Namtha und begannen an Heiligabend einen dreitägigen Dschungeltrek, von dem wir das nächste Mal mehr berichten. Wir hoffen ihr habt alle schöne Weihnachten verbracht und wünschen nun einen guten Rutsch ins 2017🎉, mal schauen ob das Jahr 2016 getoppt werden kann😉😄

Vietnam – etwas für alle Sinne (Part 1) 🇻🇳

Upsi wir haben es die letzten Wochen etwas schleifen lassen was unsere Reisedoku angeht und hinken nun etwas hinterher mit unseren Blogbeiträgen… Doch da diese jeweils mehrere Stunden Aufwand benötigen und die letzten Tage wieder viel mehr lief, blieb das Schreiben leider auf der Strecke. Darum splitten wir nun den Vietnam Beitrag in zwei Teile auf 🙈😇 tadaaa hier Teil 1:
Ho Chi Minh City

Angekommen in Ho Chi Minh City (HCMC) ging es als erstes mal direkt ins Bett! Nach einem Nachtflug von Phuket nach Bangkok, einem Earlybird Flug nach HCMC und dazwischen nur ein paar unbequeme Stunden Flughafenschlaf hatten wir ziemlich Mühe die Augen länger auf zu behalten. Ausgeruht (extrem ausgeruht, wir haben fast den ganzen Nachmittag verschlafen🙈) erkundeten wir das Backpackerviertel rund um unser Guesthouse und standen das erste Mal kurz vor einem Kulturschock. Motorräder überall, auf dem Trottoir, der Gegenfahrbahn, irgendwo auf der Kreuzung ÜBERALL. Auf dem kurzen Spaziergang mussten wir mehrere Male um unser Leben fürchten, erstens wegen chronischer Gefahr überfahren zu werden und zweitens wegen akutem Herzinfarktrisikos. Nebst dem halsbrecherischen Verkehr streckt einem dazu noch jede paar Meter ein Flyer, Menü oder sonst was vor’s Gesicht in der Hoffnung was zu verkaufen… Intense!

Wir entschieden uns am nächsten Tag aus der Stadt zu „fliehen“ und machten einen Ausflug zu Cao Dai Tempel und den berühmt berüchtigten Cu Chi Tunnels. Angekommen im Tempel hatten wir die Chance eine Zeremonie der nur in Vietnam praktizierten Religion zu verfolgen. Konfuzianische, taoistische vielerlei buddhistische und auch christliche Einflüsse findet man im Tempel und der Zeremonie wider. Nach dem religiösen Schauspiel ging es zur eigentlichen Hauptattraktion des Tages weiter, den Cu Chi Tunneln. Ein unterirdisches Tunnelsystem, welches die Vietcongs im Krieg gegen die Amis quasi unschlagbar machte, da die Tunnels mehrere Stockwerke tief, extrem eng und noch extrem viel schlauer gebaut wurden. Zur Bestzeit war das Tunnelsystem so gross, dass bis zur kambodschanischen Grenze ein ganzes Gebiet mithilfe ihrer ausgeklügelten Guerillamätzchen unter Kontrolle der Vietcongs war. Sehr beeindruckt schauten wir uns die Tunnels (zum Teil extra für westliche Touris vergrössert, doch immer noch mega eng), die Eingänge, die Attrappen, Fallen und die Kampfgebiete an. Zum Schluss der Führung konnten sich diejenige mit passenden Körpermassen und ohne Platzangst noch gute 150m durch einen Tunnel „kämpfen“, unser Fazit definitiv nichts für uns… Die wenigen Meter verlangten uns schon so einiges ab und wir gehörten zu den wenigen die es überhaupt bis zum Schluss schafften. Imposant war es jedoch allemal und ein gelungener Tagesausflug. 

Den nächsten Tag verbrachten wir dann in HCMC oder wie viele Einheimische noch sagen, in Saigon. Nebst dem Markt, einigen weihnachtlich ausgestatteten Kaufhäuser und dem Saigon River besuchten wir auch den Wiedervereinigungspalast, in dem wir einen Einblick in die Geschichte von Südvietnam und logischerweise der Wiedervereinigung von Nord- & Südvietnam. Zum Znacht gabs dann je eine Schüssel Pho 🍲, dem vietnamesischen Nationalgericht Nudelsuppe mit Rindsfleisch, und dank der Empfehlung unserer Hosts konnten wir an einem sehr authentischen Ort das Süppchen geniessen.

Phu Quoc

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns vorläufig von HCMC und flogen den Mini-Flug zur Insel Phu Quoc. Nach dem wir uns ein Hotelzimmer in Strandnähe gekrallt hatten, genossen wir mal wieder das Traveller-Leben in vollen Zügen und chillten die nächsten zwei Tage hauptsächlich und entdeckten den vietnamesischen Kaffee☕️😋. Vor lauter Nichtstun vergassen wir noch fast einen Tauchgang zu buchen und hatten am Ende Glück noch einen Platz auf dem Schiff zu ergattern, haha. Also verbrachten wir einen Tag noch auf See und mussten feststellen, dass Thailand definitiv das bessere Land um zu Tauchen ist. Denn obwohl wir normalerweise zu den unerfahrenen Tauchern gehören, waren wir auf dem Boot schon fast die Erfahrensten und sogar unser Instruktor war sichtlich neidisch ab unseren Sightings, welche wir in unseren Logbüchern eingetragen haben🤔☺️. Trotzdem hatten wir einen netten Tag mit lustigen Gesprächen (ein Herr aus Alaska erklärte uns bspw. dass es in Alaska noch ziemlich warm mit 0 Grad sei.. bis wir drauf kamen, dass er von Grad Fahrenheit und nicht Celsius sprach 😂 naja -20C Ende November empfinden wir schon als eher kalt☃️) .

Am 3.12. flogen wir dann zurück nach HCMC, denn für den nächsten Tag erwarteten wir eine spezielle Lieferung aus der Schweiz für die Adrian extra nochmals an den Flughafen fuhr um sie in Empfang zu nehmen – Nicoles Geburtstagsgeschenk welches Ivo (Adis bester Kolleg) mitbrachte kam an 😄. Spass beiseite, obwohl wirklich ein Geschenk von Sheena (Danke!) dabei war, Ivo kam extra nach Vietnam um uns ein wenig Gesellschaft während den nächsten zwei Wochen zu leisten 😉. Also haben wir uns in Saigons Getümmel geworfen und Ivo so lange wie möglich wach behalten, so dass er keinen allzu starken Jetlag hatte. Für den Fünften Dezember (an dieser Stelle nochmals vielen Dank für all die Geburiwünsche) war eine Mekong-Delta Tour geplant, nach einer 2-stündigen Fahrt erreichten wir die Bootsanlegestelle am Mekong wo wir auf ein Deltaboot umstiegen und als erstes zum schwimmenden Markt von Cai Be fuhren. Um ehrlich zu sein, haben wir uns was grösseres und beeindruckenderes vorgestellt, der „Markt“ bestand eigentlich nur aus ein paar Fischerbooten die bewohnt waren und zur richtigen Jahreszeit (welche gerade nicht war) Gemüse, Fisch & Fleisch verkaufen. Interessanter wurde es dann als wir zu einer lokalen Kleinproduktion von Reisblättern, Kokosnuss-Süssigkeiten und Reisgebäcken kamen. Es wurden uns die verschiedenen Produktionsverfahren erläutert, die Erzeugnisse sind eine wichtige Einkommensquelle für die Leute im Mekong-Delta und werden landesweit versandt. Am Nachmittag durften wir noch auf einem kleinen Ruderboot durch einen Nebenfluss uns rudern lassen, durch ein Dorf radeln und einen lokalen Markt überqueren. Alles in allem ein gemütlicher Tag im Delta das noch sehr echt und asiatisch rüberkam. Den nächsten Tag machten wir nochmals eine HCMC Stadttour, so dass auch Ivo diese crazy Stadt kennenlernen konnte. Nach einem lustigen Morgen gings kurz nach dem Mittag ins War Remnant Museum, das Museum vermittelt mit Bildern, alten Militärfahrzeugen, Waffen, Gefängnis-Nachbauten und ähnlichem sehr eindrucksvoll die Grausamkeiten während des Vietnamkrieges. Auch wenn das Museum etwas einseitig fast nur die Gräueltaten der Amerikaner zeigt, bekommt man hier die Chance den Krieg aus Sicht der Opfer zu sehen. Die Bilder und Geschichten lassen einen Erstarren, die Brutalität, Abartigkeit und Grausamkeit des Menschen ist in jeden Bild festgehalten. Man möchte die weinenden Kindern in den Bildern am liebsten in die Arme nehmen und jedem Kriegsfanatiker eins in die Eier kicken. (Gleichzeitig denkt man an die Bilder aus Aleppo und fragt sich wieso solche Dinge immer wieder geschehen müssen und wie die ganze Welt einfach dabei zusieht) Als wir das Museum verliessen war niemandem mehr nach Lachen, ein richtiger Stimmungskiller, aber leider auch ein Stück Geschichte. 

Mui Ne & Nha Trang

Nach dem Tag in HCMC fuhren wir am Abend in einem sogenannten Sleeperbus nach Mui Ne weiter. Kaum eingestiegen verstanden wir das Wort Sleeperbus ziemlich gut, anstatt mit Sitzen war der Bus mit Bett ähnliche Stühlen ausgestattet😂. Leider nicht unbedingt für West’ler gemacht, Ivo hatte kaum Platz in seinem Sitz und auch Adrian & Nicole sind schon bequemer gereist, welcome to Vietnam😄. Am nächsten Morgen fuhren wir dann zu einem Fischerdorf, einem kleinen Canyon und der kleinen Sahara Vietnams wo wir für eine Fahrt im Jeep durch die Dünen schön übers Ohr gehauen wurden, tja. Nachdem jeder mindestens einmal voll mit Sand wurde, wir die zweite „rote“ Düne besuchten, durch einen Fluss liefen von dem wir nicht wussten was drin lebt und der Strand uns nicht gerade weghaute, fuhren wir am Nachmittag weiter nach Nha Trang. Dort empfing uns dann leider der Regen und so machten wir uns nur noch in der Nähe des Hotels einen netten Abend. Wir brachten Ivo auch noch das Kartenspiel Shithead bei und spielten bis nach Mitternacht im Zimmer weiter. Als wir uns dann zum Schlafen entschieden (und evtl. einem Bier zu viel) entschied Adi uns noch vom einem interessanten Interview zu erzählen – Zitat: „Ich hab mal ein Interview mit einer gesehen die sagte… ähmmmm.. keine Ahnung mehr was sie gesagt hat und um was es ging“😂😂. Ivo und Nicole vergröllte es natürlich und noch Tage danach lachten alle, denn um was es im Interview ging weiss bis heute niemand genau… Wir werden wohl noch Jahre auf die komplette Geschichte warten und solange uns an dem Moment von Adrians grandioser Erzählung nagen müssen, haha.


In Nha Trang selbst verbrachten wir einen gemütlichen Tag, wo wir uns mit der Planung der weiteren Reise beschäftigen und nebenbei uns noch das unspektakuläre Nha Trang anschauten. Eine Partystadt mit vielen Betonblöcken und mittelmässigen Strand, mitten im Getummel befindet sich noch eine Ruine eines Cham-Tempels, was irgendwie sehr Fehl am Platz scheint. Mit dem Nachtbus steuerten wir dann unsere nächste Destination an, Hoi An.

Hoi An und Hue

Frühmorgens erreichten wir das Städtchen Hoi An und nach dem wir unser Gepäck in die Unterkunft gebracht hatten, ging es gleich nach dem Frühstück auf Entdeckungstour. Die wunderschöne Altstadt hat es in sich und wir waren sofort entzückt. Hoi An war früher eine Händlerstadt, wo sich Geschäftige aus China, Japan und Vietnam trafen. Und noch heute eilt Hoi An’s Ruf voraus, ist es doch DER Ort in Asien um sich etwas schneidern zu lassen, doch dazu kommen wir noch. Als erstes besuchten wir die japanische Brücke, eines der Highlights von Hoi An. Anschliessend spazierten wir etwas durch die Altstadt, tranken am Fluss frische Fruchtsäfte und schauten uns verschiedene Assembly Halls und Tempel an und mieteten sogar noch Fahrräder um das schöne Städtchen von allen Seiten kennenzulernen. Und wie gesagt, ist Hoi An für seine Schneider bekannt und jedes dritte Haus ist eine Schneiderei. Es erstaunt also nicht, dass Nicole dann mal nachfragte wie schnell so ein Kleid genäht wird und wie die Preise für Extraanfertigungen aussehen. Noch unentschlossen spazierten wir aber weiter, bis eine Dame uns winkte und Adrian netterweise Good Morning sagte.. bähhhm Köder an Land gezogen dachte sie sich wohl… sie berichtete uns dann von ihrem Marktstand und das sie selber Schneiderin sei und uns die besseren Preise als die Shops bieten kann. Auf unser Argument, dass sich dies wohl in der Qualität widerspiegelt, konterte sie sogleich mit dem Hammerargument, dass ihre Qualität genau gleich gut sei, sie jedoch im Gegensatz zu den Shops kein Geld für teuere Ladenmiete und Personal ausgeben muss. Wie schlau von ihr und dann auch noch absolut logisch! Also gingen wir mit und ein paar Minuten später hat Ivo zwei Hemden, Nicole zwei Kleider und Adi sogar einen ganzen Anzug bestellt, natürlich alles massgeschneidert mit den von uns ausgewählten Stoffen. So schnell geht’s und das obwohl wir am Morgen noch sagten, dass wir uns nichts schneidern lassen wollen. Abends schon konnten wir unsere perfekt passenden Kleider entgegennehmen und das alles zu einem Schnäppchenpreis (plus Qualität für gut befunden). 


Der nächste Morgen verbrachten wir mit einem Ausflug zur Ruine von My Son. Leider wurde ein Grossteil der hinduistischen Tempelanlage im Krieg und über die Jahre zerstört, doch trotzdem gibt man sich Mühe die verschiedenen Häuser (zwischen den Bombenkratern) aufrecht zu erhalten. Eine lustige & interessante Tour mit einem unterhaltsamen Tourguide wie wir fanden. Wir lernten über die verschiedenen Symbole aus dem Hinduismus und wie die Franzosen vor ein paar Jahrzehnten allen Figuren die Köpfe abschlugen um sie im Paris Louvre ausstellen zu können.🤔


Am späten Nachmittag nahmen wir dann mit ein paar kleineren Stopps die kurze Fahrt nach Hue auf uns. Zu Abend assen wir am Fluss in einem kleinen Restaurant wo wir extrem gut gegessen haben, nur Spezialitäten aus Hue selbst, bspw. Fried Pork with Figs – yummy! Leider wollte das Wetter in Hue nicht wirklich mit unseren Plänen mitspielen und der nächste Tag fiel ganz ins Wasser. Trotzdem machten wir eine Stadttour wo wir die Kaiserstadt, mehrere Königsgräber (Palast in dem per Zufall noch ein Grab ist, trifft’s eher) und auch sonst Häuser aus der Zeit als Hue noch die Hauptstadt Vietnams war, anschauten. Eigentlich eine coole Sache, aber durch den zum Teil ziemlich starken Regen machte das Ganze nur halb so viel Spass. Die Kaiserstadt selbst war aber auch so schön anzusehen, eine Stadt in der Stadt nur für den Kaiser, seine Familie, Konkubinen, Eunuchen und Bediensteten. Leider wurde auch hier im Krieg vieles zerstört und man ist immer noch am Wiederaufbau dran. 


Als nächstes wollten wir eigentlich in Zentralvietnam mindestens einen Nationalpark besuchen, doch leider regnete es so stark, dass grosse Teile der Region erstens überflutet waren und zweitens macht eine Wanderung im Regen auch nicht wirklich Freude. Also nahmen wir stattdessen den Zug nach Da Nang (auch ein kleines Erlebnis für sich, inkl. Ungeziefer & schlafende Leute auf dem Boden und mehr) um am nächsten Morgen früh nach Haiphong zu fliegen. 

Ein paar wenige Stunden und eine etwas schräge Busfahrt später befanden wir uns in Ha Long City, wo wir eine dreitägige Kreuzfahrt in der Ha Long Bay buchten. Doch mehr dazu erzählen wir im Part 2 des Vietnam Beitrags… und wir (husthust) geben unser bestes diesen noch vor Heilig Abend zu posten.☺️