Don’t let the sun go down in Myanmar

Da sind wir nun, endlich angekommen in Myanmar (Burma). Als wir vor etwas mehr als 2 Jahren uns das erste Mal über das Projekt Weltreise unterhielten, war eines ziemlich schnell klar – Myanmar ist ein Muss. Dazumal war das Land gerade im Aufruhr, der Opposition (mit ihrer Friedenskämpferin Aung San Suu Kyi) war zum ersten Mal nach 50 Jahren der Militärdiktatur wieder ein Teil der Regierung überlassen worden. Das Militär zog sich langsam zurück und das Land öffnete sich ganz offiziell auch dem Tourismus. Anfang 2016 wurde die gesamte Macht übergeben und Myanmar ist wieder eine richtige Demokratie – auf jedenfall auf dem Papier, mehr dazu später. Politisch hielt uns also nichts mehr auf Myanmar fest in die Planung aufzunehmen und auch sonst hörten wir nur Gutes darüber – unser persönliches Asien Highlight war geboren.😄 

In Yangon ging es los und erstmals kam die Ernüchterung – eine weitere Grossstadt und keine besonders schöne. Als wir uns zwischen den vielen Leuten und dem mega Verkehr inkl. rechtsgesteuerten Autos im Rechtsverkehr (!!!) einen Weg durch die Strassen bahnten, merkten wir schnell, dass unsere Erwartungen von den malerischen Landschaftsfotos getäuscht wurde. Wir befanden uns mitten in einer lärmigen Stadt, voller Leute, Dreck und keinen Platz für Fussgänger. Nach kurzem Akklimatisieren besannen wir uns wieder und spazierten durch die Innenstadt von Yangon. Der Tag zog relativ schnell an uns vorbei, wir besuchten den Hauptplatz/ Park, liefen einmal quer durch die Stadt zu einer Pagoda mit begehbarer Stupa und wieder zurück durch etliche Gassen die allesamt einzigartig und doch gleich aussahen. Der nächste Tag begann an einem Textilienmarkt und der Nachmittag verbrachten wir in der eindrücklichen und wichtigsten Pagoda des Landes, der Shwedagon Paya Pagoda. Ihre riesige goldene Stupa ist schon von weitem sichtbar und in der Tempelanlage befinden sich mehrere kleine Tempel und Gebetsstätte, viele sind mit Gold, Silver und Edelsteinen verziert, der Besuch lohnte sich wirklich. 


Nach unserem Abendessen im KFC (🙈darf auch mal sein) wurde es langsam Zeit die Rucksäcke zu holen und zum Busbahnhof aufzubrechen. Per Nachtbus ging es weiter nach Bagan, wo wir morgens um 05:30h ankamen. Auf der Dachterrasse des Hotels konnten wir beim Frühstück (das sich eher wie ein Mitternachtssnack anfühlte) etliche Heissluftballons beobachten, die für den Sonnenaufgang über Bagan hinweg stiegen. Anstatt die frühen Stunden zu nutzen verkrochen wir uns wieder im Bett😂 und erkundeten die erst ein paar Stunden später die nahe Umgebung. Bald merkten wir, dass um nach Alt-Bagan und den Tempelruinen zu kommen, ein fahrbarer Untersatz hilfreich wäre. Also mieteten wir am nächsten Tag ein Elektroroller, fuhren von Ruine zu Ruine und staunten darüber wie oft die auseinander fallenden Bauwerke noch als Tempel genutzt werden. Insgesamt ein sehr schöner Tag mit vielen beeindruckenden alten Tempeln, die uns einen guten Eindruck von einem vergangenem Königreich gaben. Den spektakulären Sonnenuntergang genossen wir auf einem Tempel und beobachteten wie die Tempelebene in der Nacht verschwand.



Früh los mussten wir am nächsten Morgen, denn mit dem Boot fuhren wir den Ayeryarwady flussaufwärts um 13h später, um 18:00h in Mandalay anzukommen. Die gemütliche Fahrt war eine willkommene Abwechslung zu den Bussen, nebst Sonnenauf- und untergang bekamen wir ein paar schöne Landschaften und erstmals Burmesen abseits der Stadt und dem touristischen Bagan zu sehen. Schnell verstanden wir, dass ein Grossteil der Leute hier kein fliessend Wasser im Haus kannten und somit wird am Fluss Kleider gewaschen, Kinder und sich selbst gebadet, Wasser abgeschöpft und zum Haus getragen. Interessant und gleichzeitig auch so anders von was wir kennen – wir verwöhnten Schweizer halt😜. Auch lernten wir das herzliche Wesen der Burmesen kennen, alle winkten uns Touris auf dem Boot zu, die Kinder riefen laut „Bye Bye“ und freuten sich übers zurück winken – Touristen sind hier (noch) eher was seltenes und darum bekommt man definitiv extra Aufmerksamkeit. 

Mandalay selbst hat uns jetzt dafür nicht wirklich umgehauen, ausser dem rekonstruiertem Königspalast, einigen alten Pagodas und dem Mandalay Hill gab es nicht viel zu sehen und machen. Für den zweiten Tag mieteten wir uns einen Taxifahrer und erkundeten die verschiedenen Sights ausserhalb der staubigen Stadt. Zuerst ging es nach Inwa, wo wir mit der Pferdekutsche das Dorf und die Landschaft erkundeten, als Adrian zum Schluss dem Pferd einen Apfel spendieren wollte, sagte der Fahrer ganz entgeistert „Noooo nooooo! Only bananas“ 😂. Man hat anscheinend nie ausgelernt, Pferde mögen Bananen – wär hätte das gedacht?! Danach brachte uns der Fahrer zur U-Bein-Bridge, sozusagen die Kappelbrücke Myanmars, nur viiiiiel länger (1.2km), aus Teakholz und eine simpleren Architektur, aber ein nicht weniger beliebtes Fotosujet. Wir kamen am Nachmittags an und liessen uns viel Zeit darüber zu spazieren, die vielen Verkaufsstände auf der Brücke zu studieren und das Kloster auf der anderen Seite anzuschauen. Als wir uns wieder zurück zum Taxi machten, dachten wir noch darüber nach den Sonnenuntergang hier zu verbringen, doch als wir merkten das gerade Busse voller Leute für ein paar tolle Fotos angekarrt wurden (mit den gleichen Touristen wie in Luzern, haha), entschieden wir uns lieber noch eine weitere Pagoda anzuschauen und dann zurück in die Stadt zu fahren. 

Am nächsten Tag ging es dann für Nicole mit einer der unangenehmsten Fahrten weiter. In einem Kollektivtaxi stand eine sechs stündige Fahrt ins schöne Hsipaw an, während Adi vorne auf dem Beifahrersitz sass, wurde Nicole auf der Rückbank von einem chinesischen Paar verdrückt und sagen wir es Mal so, es waren nicht die angenehmsten Sitznachbarn. Nach im Endeffekt einem ganzen Tag im Auto, gönnten wir uns ein Nachtessen am Fluss inkl. dem dringend benötigten Glas Wein😅. Den nächsten Tag verbrachten wir mit Drahteseln bewaffnet im friedlichen Hsipaw, während wir in der Teestube Tee schlürften kamen die Mädchen-Mönche (Nonne wäre das falsche Wort) und sammelten Spenden, die Gesichter als wir ihnen was gaben – unbezahlbar! Später überblickten wir das Tal von Mrs. Popcorns Garten aus, wo man nebst frischen Fruchtsäften auch Früchteteller, alles aus ihrem Garten, geniessen konnte. Auch sonst als wir durch die Shan-Dörfer (rund um und in Hsipaw wohnen die Shan-Leute, eine der Minderheiten in Myanmar) sah man uns wieder mit grossen Augen an, die Kinder winkten und riefen Bye Bye (Hello ist anscheinend ein noch unbekanntes Wort, hihi), es geht hier alles sehr herzlich zu und her. Als wir am Shan Palast vorbei fuhren, entschieden wir uns spontan ihn zu besuchen. Dort lernten wir viel über die Geschichte Myanmars, den Militärputsch und der letzten Hausdame des Palasts, Inge Sargent – eine Österreicherin die mit dem ehemaligen Shan Prinz verheiratet war bis er beim Putsch ermordet wurde und sie flüchten musste (zufälligerweise hatte Nicole am Abend zuvor die Autobiografie von Inge Sargent begonnen zu lesen und kann es jedem empfehlen der einen Einblick in die burmesische Lebensweise & gleichzeitig über den Putsch erfahren möchte „Dämmerung über Burma“). Eine Wanderung durch das Tal von Hsipaw stand am nächsten Tag auf dem Plan, zusammen mit drei anderen und einem lustigen Guide spazierten wir zwischen Reisfeldern durch, fotografierten die etlichen Wasserbüffel und besuchten verschiedene Shan-Dörfer. Nach einer meeega feinen Nudelsuppe 🍜 wechselten wir am Nachmittag auf ein Boot und machten noch eine Flussfahrt durch die wunderschöne Landschaft. So ging erneut ein super Tag zu Ende und wir freuten uns die lange Fahrt ins abgelegene Hsipaw auf uns genommen zu haben. 


Die Rückreise traten wir mit dem Zug an und zwar mit der langsamsten Eisenbahn ever. Die Fahrt nach Pyin Oo Lwin dauerte ca. 8h und das obwohl es nur ca. 140km sind! Für zusammen 5$ gab’s sogar 1.Klasse Tickets und so tuckerten wir gemächlich durch die Gegend mit verschiedenen Halten wo Frauen Körbe voller Esswaren zum Verkauf einstiegen und beim nächsten Stopp wieder ausstiegen. Als wir am späten Nachmittag in Pyin Oo Lwin ankamen, waren wir froh eine Nacht hier zu verbringen und nicht noch 2h weiter mit dem Shared Taxi nach Mandalay zu fahren. Am nächsten Morgen schnappten wir uns Velos und fuhren die paar Kilometer zum botanischen Garten (obwohl Park die bessere Bezeichnung wäre), spazierten ein paar Stündchen herum und konnten sogar noch ein paar Gibbon Äffchen erspähen. Später am Abend fuhren wir mit dem Taxi und einem mörderischem Fahrer wieder nach Mandalay, wo wir noch einen Tag verbrachten bevor uns der nächste Nachtbus nach Kalaw brachte.


 Um 03:30h kamen wir im eiskalten Kalaw an und froren uns die Ärsche ab😁 von über 30C zu vielleicht 10C war ein echter Temperaturschock. Schnell verkrochen wir uns im Hotel unter den zwei Extradecken. Ausgeschlafen und gestärkt nahmen wir uns wieder Fahrräder und machten uns auf die Suche nach einem passenden Trekkingveranstalter, den die nächsten Tage wollten wir zum Inle See wandernd verbringen. Als wir mit Uncle Sam den passenden Veranstalter gefunden hatten, stellte sich die Frage in wie vielen Tagen wir die Wanderung machen wollten. Adrian war natürlich von der dreitägigen super Wanderung angetan, während Nicole lieber den 2-Tage Trek machen wollte. Die Dame im Büro bot uns dann an das Adi drei Tage macht und Nicole am zweiten Tag dazu stösst – das klang nach einem prima Kompromiss! Also zog Adrian am nächsten Morgen die Wanderschuhe an und Nicole hatte einen Tag für sich, das erste Mal seit fast 9 Monaten verbrachten wir mal wieder 24h getrennt voneinander. Den Morgen darauf stiess Nicole dann zur Gruppe dazu und zusammen liefen wir zwei Tage lang durch schönste Landschaften, erlebten einmal mehr die Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Burmesen kennen und schliefen auf einfachste Art und Weise im Homestay im Bauernhaus (mit den Ochsen einen Stock unter den Schlafräumen😂). Als wir dann am See ankamen genossen wir die Überfahrt im Boot und beobacheten die noch traditionellen Fischern im Balanceakt auf ihren Booten. Ein gelungener Wandertrip und sehr empfehlenswert! In Inle verbrachten wir drei gemütliche Tage, in welchen wir zugegeben nicht allzu viel unternahmen und uns lieber auf unsere Regeneration konzentrierten😉. 


Für die letzten vier Tage in Myanmar entschieden wir uns noch die laaaaange Busreise in den Süden zu wagen, völlig erschöpft trafen wir nach 18h reisen in Mawlamyine ein. Die schöne Stimmung am Fluss lud zu einem Spaziergang ein und schlossen den Tag mit dem Sonnenuntergang auf der Dachterrasse des Hotels bei Bier & Wein mit einer Busreise „Leidensgenossin“ ab. Mit einer landschaftlich beeindruckenden dreistündigen Bootsfahrt fuhren wir am nächsten Morgen ins nahe gelegene Hpa-An weiter. Das Städtchen liegt umgeben von Kalksteinbergen und Höhlen wunderprächtig um mit dem Roller zu erkunden. Genau das taten wir dann auch am nächsten Tag und genossen die schöne Landschaft und die herzhaften Leute Myanmars ein letztes Mal. Am späten Abend fanden wir uns nämlich wieder in Yangon ein bevor wir am nächsten Tag von Myanmar – das sich wirklich als Highlight bewahrheitete – Abschied nahmen und ins Flugi nach Kuala Lumpur stiegen.

Seit gestern Abend befinden wir uns jetzt also in der Millionenstadt Kuala Lumpur und nebst ein wenig Sightseeing werden wir die drei Tage hier hauptsächlich zu Planungszwecken brauchen (yeaaah endlich wieder anständiges Wlan😄). Am 27.2. fliegen wir nämlich weiter nach Colombo in Sri Lanka und die vier Wochen dort, sowie die Weiterreise danach, benötigen noch etwas Planungsaufwand unsererseits☺️. 

Hier noch ein Petronas Towers Selfie mit unserer neuen iPhone Fisheye Linse😉😄
Und weil ein weiterer Kontinent nun auch praktisch schon hinter uns liegt, ist es Zeit für unsere persönlichen Südostasien Top Five:

  1. Tauchen in Thailand: Ha! Wen verwunderts? Wir haben uns Hals über Kopf ins Tauchen verliebt und Thailand war der perfekte Ort dafür. Wir freuen uns jetzt schon unser Logbuch weiter zu füllen.
  2. Angkor Wat: Die gewaltige Tempelstätte rund um und mit Angkor Wat war definitiv ein kulturelles Highlight. Die zum Teil wunderschönen Ruinen werden uns noch lange im Gedächtnis bleiben.
  3. Halong Bay: Die wunderschöne Kreuzfahrt durch die beeindruckende Halong Bay war definitiv das Vietnam und auch eines unser Südostasien Highlights! Wahrscheinlich liegt es auch an den vielen lustigen Momenten die wir mit Ivo hatten – Zitrone🍋🍋🍋😂😂😂.
  4. Luang Namtha Jungletrek: das Trekking durch den Dschungel in Nordlaos war zwar eine körperliche Herausforderung, aber ziemlich sicher eine der spannendsten Wanderungen und Weihnachten unseres Lebens!
  5. Leute in Myanmar: Die herzliche und freundliche Art der burmesischen Bevölkerung ist kaum zu übertreffen, trotz ihrer so schwierigen Vergangenheit haben sie immer ein Lächeln im Gesicht. Sie machen Myanmar zum zauberhaften Land das es ist. Wir hoffen der zunehmende Tourismus nimmt ihnen dieses wunderbare Wesen nicht.

Quer durch Kambodscha 🇰🇭

Sodeli – wo sind wir stehen geblieben?! Ach ja genau, in Pak Chong kurz bevor wir wieder einmal einen Dschungeltag einlegten. 😉

Um dem Khao Yai Nationalpark näher zu kommen, buchten wir eine Tagestour mit einem der Jungletour Anbieter. Wir hätten wohl auch auf eigene Faust einen Tagestrip hinbekommen, doch manchmal ist der einfachste Weg auch der bequemste, haha. Also sind wir wieder einmal früh Morgens los und auf einem umgebauten Laster in den NP gefahren. Zuerst gabs den obligaten Halt an einem Viewpoint bevor wir nur 15min später mitten auf der Strasse angehalten werden. Über uns spielte die Musik – eine Familie von Gibbons-Affen entschied von Baum zu Baum zu springen und uns eine echte Gibbon-Experience zu sichern. Das ist Dschungel ganz nach unserem Gusto. Nur ein paar Kilometer weiter hielten wir schon wieder, unser Guide hatte an einem Busch am Strassenrand eine Schlange entdeckt. Der weissen lange, aber dünnen Schlange schien die Aufmerksamkeit nicht zu gefallen und wollte sich davon machen. Unserem Guide gefiel das nicht und nahm das arme Tier vom Ast und reichte es sogar noch rum – ein absolutes No-Go wie wir finden. Weiter ging es dann zum Visitorcenter, dort hatten wir das Glück am Fluss einen Waran, eine Waterdragon-Echse und noch eine Fliegende Eidechse zu beobachten. Später machten wir uns zur Dschungelwanderung auf, kaum los gelaufen und schon hielten wir wieder an – einen (giftigen) Hundertfüssler wurde in einem Baumloch entdeckt und gleich auch noch irgend so eine hässliche, fette Spinne (es geht wohl nicht ohne…🙄). Nach gut einer Stunde des feucht-heissen Trekkings , sichteten wir ein weiteres Dschungeljuwel: ein Siamkrokodil lag gemütlich am Flussbett und liess sich von uns bestaunen, 🐊cooooool🐊! Das männliche Exemplar war gute 2.5m lang und ein ziemlicher Brocken, uns freute es und der Ausflug hat sich schon jetzt gelohnt. Kurz darauf hielt der Guide uns wieder an, wir sollten links laufen, denn am rechten Wegrand sass eine giftige, aber schöne grüne Viper im Gebüsch – es war tierisch was los und erst gerade Mittagszeit. Der Nachmittag wurde dann tatsächlich etwas ruhiger, auf dem Weg zu einem Wasserfall sahen wir nur noch Makaken🐒und noch ein paar kleinere Echsen. Nach dem wir aber die steilste Treppe ever hinab und wieder hinauf liefen um den Wasserfall von näher zu betrachten können, wurden wir nochmals euphorisch. Ganz in der Nähe hat eine andere Gruppe einen wilden Elefanten gesichtet und den wollten wir natürlich nicht verpassen. Also fuhren wir los und siehe da, auf der Strasse kam uns tatsächlich ein Elefant entgegen! 😍🐘😍 Ein perfekter Abschluss von unserem Tag im Khao Yai Nationalpark, glücklicher hätten wir kaum sein können. 


Back to Bangkok

Am nächsten Morgen bzw. Mittag, ausschlafen war wieder mal angesagt & nötig, nahmen wir den Bus und fuhren nach Bangkok. Zum zweiten Mal auf dieser Reise besuchten wir den Dreh- & Angelpunkt Südostasiens, doch dieses Mal buchten wir eine Unterkunft im touristischeren Stadtteil. Dies war die absolut richtige Entscheidung, denn bei unserem ersten Besuch hatten wir ja sehr gemischte Gefühle der Stadt gegenüber, dieses Mal gefiel es uns sehr gut. Drei Tage blieben wir in Thailands Hauptstadt und schafften es wieder nicht (zugegeben wollten es nicht schaffen) zum Königspalast. By the way, die Trauer um den verstorbenen König hat sichtlich nach gelassen und der neue ist nun auch offiziell im Amt, aber noch nicht gekrönt. Dafür waren wir in der verrückten Khaosan Road (Hangover 2, lässt grüssen), am weltweit grössten Markt (ein Tag reicht nicht um alles zu sehen) und nochmals in den westlichen Shoppingcentern😄. 

Ab nach Kambodscha

Die zwei Wochen Nordthailand sind schon wieder um, weiter gehts per Nachtbus nach Kambodscha. Rund zehn Stunden und einen nervenaufreibenden Grenzübergang später fanden wir uns in Siem Reap wieder. Ein nettes Guesthouse mit hilfsbereitem Personal hatten wir gebucht und so stand bald unser Plan für die nächsten Tage fest… Ach ja, nach Siem Reap fährt man hauptsächlich aus einem Grund: Die Tempelstätten rund um Angkor Wat. Wer sich jetzt fragt: „Whaaaaat is Angkor Waaaaaaat?“, Angkor Wat ist das Machu Picchu von Südostasien, nur viel grossflächiger, älter und spiritueller. Ein absolutes Muss und laut den meisten Reiseführer & Reisenden DAS Highlight Südostasiens. Jaaaap, wir haben uns also 2-3 Tage Zeit genommen die Tempelruinen zu besuchen. Der erste Tag verbrachten wir beim weitest entfernten Beng Mealea Tempel, hier kommt man sich vor wie in Indiana Jones (evtl auch weil Teile hier und anderen Angkor Tempel gedreht wurde😉), eine Ruine mitten im Dschungel, man ist sich nicht sicher was zuerst da war, der Tempel oder die überall wuchernden Bäume, die die Ruinen mittlerweile verschlingen. Der nächste Tag war etwas ruhiger und wir gingen erst zum späten Nachmittag zum einen Tempel (keiiiine Ahnung wie der hiess) um den Sonnenuntergang mit hunderten anderen zu „geniessen“, war trotzdem schön. Am Abend hiess es früh ins Bett, denn  am nächsten Tag war die ‚Mega-Tour‘ geplant. Um 04:45h fuhren wir los nach Angkor Wat (so heisst auch der Haupttempel) um den Sonnenaufgang hinter der Tempel zu bestaunen. Wirklich wunderschön und für einmal fing der frühe Vogel wirklich den Wurm, auch wenn es wieder viiiiiele Earlybirds gab. Als die Sonne oben und das perfekte Foto geknipst war, ging es weiter zuerst zu einem Hügel (Kbal Spean) wo wir 40min hoch liefen und an einem Wasserfall im Flussbett die Gravuren von hinduistischen Gottheiten zu sehen bekamen. Danach brachte uns das Tuktuk zu verschiedenen weiteren absolut sehenswerten Tempel. Jeder für sich hatte etwas Spezielles und Schönes, die Bauweise und Detailgetreue war jedes Mal beeindruckend. Fünf Tempel und etliche Kilometer später schlossen wir den Tag an gleicher Stätte wie er begonnen hatte ab – Angkor Wat. Bei Tageslicht besuchten wir schliesslich noch DEN Tempel und wir stimmen den Reiseführern zu, ein echtes Highlight! So ging ein laaaanger, aber mega toller Tag zu Ende, wie auch unser Siem Reap Aufenthalt, denn am nächsten Morgen machten wir uns auf nach Battambang.

Angekommen in Battambang, schlenderten wir etwas durch das Städtchen. Laut unseren Informationen sollte es eine süsse Kolonialstadt sein mit toller Stimmung. Naja, das empfanden wir nicht wirklich so. Egal, wir hatten Mal zwei Nächte gebucht und wollten eh noch ein bisschen recherchieren und planen für die Zeit nach Kambodscha. Am einen Abend besuchten wir noch den Phare Zirkus, ein Zirkusprogramm für benachteiligte Kinder und Jugendliche welche hier kostenlos Kunstunterricht und Schulbildung erhalten. Die gesamte Show wurde von den Jugendlichen zusammengestellt und wir bestaunten ihre zum Teil supercoolen Kunststücke. Sehr empfehlenswert und dann noch was für einen guten Zweck!


So und dann hat sich ein Anfängerfehler bei uns eingeschlichen, eigentlich wollten wir am nächsten Tag weiter nach Sihanoukville fahren, doch wir haben die Buszeiten nicht abgecheckt und so war der Bus schon voll. Also mussten wir noch eine Nacht länger bleiben und erfreuten uns dafür den ganzen Nachmittag lang an grandiosem Tennis, zuerst Murray raus dann Federer weiter. 🤗 Am nächsten Morgen fuhr unser Bus dann und wir sassen wieder einmal den ganzen Tag im Bus – statt den versprochenen 9h dauerte es fast 12h😑. In Sihanoukville erfreuten wir uns dann 4 Tage lang ab den wunderschönen Stränden und mieteten dabei einen Tag lang noch einen Roller🏍 um auf Strand- Entdeckungstour zu gehen🌴☀️🏖. Wir finden ab und zu muss man ein paar Chillertage einlegen um das Reisen richtig geniessen zu können, denn es ist schon viel was man so tagtäglich an Eindrücken aufnimmt. 😉


Phnom Penh und die traurige Geschichtslektion

Vom Strand zurück in die Stadt, genauer in die Hauptstadt Kambodschas Phnom Penh… Angekommen in der Grossstadt bezogen wir zuerst ein mega cooles Hotel, besuchten den gegenüberliegenden Tempel und checkten Mal die Bars in der Nähe ab. Am nächsten Tag wartete der Königspalast und die Silberpagode auf uns. Dort gönnten wir uns mal eine Guide und erfuhren so viel vom Glauben der Khmer-Leute (so nennen sich Kambodschaner) und ihrem speziellen König (seine Mutter ist Französin und er wird darum für seine „lange Nase“ belächelt, plus ist er so halb ein Mönch und darum weder verheiratet und liefert auch sonst selber keine Thronfolger ab😂). Der Palast, die Gärten und die Pagode selbst war natürlich einmal mehr sehr schön anzusehen und in top Zustand. Danach hatten wir ein heisses und nervenaufreibendes Date mit dem TV in der Sportsbar, der Australian Open Final! Huiuiui war das ein geiles Spiel und spannend bis zum letzten Ballwechsel. Zuerst waren wir noch die einzigen die schauten, im fünften Satz dann sass das halbe Resti vor „unserem“ TV und alle fieberten für Federer mit. Wir freuten uns mega, haben wir doch jedes Spiel mitverfolgt und z.T. mitgelitten #TeamFederer. 


Dafür wurden wir am nächsten Tag wieder zurück auf den Boden der Tatsachen geholt, wir besuchten nämlich das S21 Gefängnis. Hier fängt nun die traurige Geschichtslektion an von der wir zum ersten Mal hier was hörten. Von 1975-1978 fand in Kambodscha unter der Schreckensherrschaft von Pol Pot und seiner Roten Khmer ein schrecklicher Krieg bzw. Genozid statt. In dieser kurzen Zeit wurden 1.7 Millionen Menschen mehr oder weniger wahllos auf grausamste Art und Weise getötet, der Rest des Landes praktisch versklavt – wer nicht spurte starb. Das S21 war ihr Folterzentrum und in der Audiotour welche wir hier machten erfuhren wir Dinge die einem das Blut gefrieren und Tränen in die Augen schiessen lässt. Die allesamt unschuldigen Gefangenen hier wurden auf übelste Art und Weise gefoltert und hingerichtet, die Nazimethoden perfektioniert und noch eine Schippe drauf gelegt. Nach gut 2.5h Rundgang, informativem Audiokommentar und teils verstörenden Bildern standen wir da und fragten uns erstens wie grausam Menschen nur sein können und zweitens wie es sein kann das wir noch NIE was davon gehört haben…!? Auf dem Weg nach Draussen dann das aufwühlendste Erlebnis überhaupt, nur 7 Überlebende zählt das Foltergefängnis, zwei davon sassen auf einmal vor uns an einem Tisch und verkauften Bücher die ihre schreckliche Geschichte erzählen. Das Gefühl das uns da überkam ist fast unbeschreiblich – man will die mittlerweile älteren Herren nur umarmen, Trost spenden, ihnen alles geben was man hat, das Geschehene ungeschehen machen, es fehlen einem schlichtweg die Worte. Das unglaublichste an diesem dunklen Stück Geschichte ist noch, dass der Westen 12 Jahre lang weiterhin die Anführer Roten Khmer in der UNO Vollversammlung als Vertreter Kambodschas sitzen liess und lange nicht glaubte das keine Revolution sondern ein Völkermord hier passierte! Wer mehr dazu erfahren will googlet am besten nach ‚Rote Khmer S21‘ oder liest den etwas älteren NZZ Artikel hier. Sorry wir wissen es -> Stimmungskiller, gehört aber genau so zu unseren Reiseerlebnissen wie die schönen Sachen. 

An unserem letzten Tag in Kambodscha durften wir noch in ein riiiiiesen Shoppingcenter und uns mit „westlichem“ Verbrauchsmaterial eindecken, denn am späten Nachmittag verliessen wir Phnom Penh und flogen nach Yangon in Myanmar…. das war gestern 😊 Ob unsere Vorstellungen des Landes entsprachen, denn Myanmar war in der Planung unser Highlight Asien-Land, erfahren wir und ihr in den nächsten Wochen.
(P.S. Ende Februar geht’s weiter zuerst mit einem Zwischenstopp in Kuala Lumpur danach für ca. 3-4 Wochen Sri Lanka! 🤗 Ab jetzt gilt rollende Planung und regelmässiger Budgetcheck – aber keine Angst, es dauert noch ein Weilchen bis die Kasse leer ist😉)