Quer durch Kambodscha đŸ‡°đŸ‡­

Sodeli – wo sind wir stehen geblieben?! Ach ja genau, in Pak Chong kurz bevor wir wieder einmal einen Dschungeltag einlegten. 😉

Um dem Khao Yai Nationalpark nĂ€her zu kommen, buchten wir eine Tagestour mit einem der Jungletour Anbieter. Wir hĂ€tten wohl auch auf eigene Faust einen Tagestrip hinbekommen, doch manchmal ist der einfachste Weg auch der bequemste, haha. Also sind wir wieder einmal frĂŒh Morgens los und auf einem umgebauten Laster in den NP gefahren. Zuerst gabs den obligaten Halt an einem Viewpoint bevor wir nur 15min spĂ€ter mitten auf der Strasse angehalten werden. Über uns spielte die Musik – eine Familie von Gibbons-Affen entschied von Baum zu Baum zu springen und uns eine echte Gibbon-Experience zu sichern. Das ist Dschungel ganz nach unserem Gusto. Nur ein paar Kilometer weiter hielten wir schon wieder, unser Guide hatte an einem Busch am Strassenrand eine Schlange entdeckt. Der weissen lange, aber dĂŒnnen Schlange schien die Aufmerksamkeit nicht zu gefallen und wollte sich davon machen. Unserem Guide gefiel das nicht und nahm das arme Tier vom Ast und reichte es sogar noch rum – ein absolutes No-Go wie wir finden. Weiter ging es dann zum Visitorcenter, dort hatten wir das GlĂŒck am Fluss einen Waran, eine Waterdragon-Echse und noch eine Fliegende Eidechse zu beobachten. SpĂ€ter machten wir uns zur Dschungelwanderung auf, kaum los gelaufen und schon hielten wir wieder an – einen (giftigen) HundertfĂŒssler wurde in einem Baumloch entdeckt und gleich auch noch irgend so eine hĂ€ssliche, fette Spinne (es geht wohl nicht ohne…🙄). Nach gut einer Stunde des feucht-heissen Trekkings , sichteten wir ein weiteres Dschungeljuwel: ein Siamkrokodil lag gemĂŒtlich am Flussbett und liess sich von uns bestaunen, 🐊cooooool🐊! Das mĂ€nnliche Exemplar war gute 2.5m lang und ein ziemlicher Brocken, uns freute es und der Ausflug hat sich schon jetzt gelohnt. Kurz darauf hielt der Guide uns wieder an, wir sollten links laufen, denn am rechten Wegrand sass eine giftige, aber schöne grĂŒne Viper im GebĂŒsch – es war tierisch was los und erst gerade Mittagszeit. Der Nachmittag wurde dann tatsĂ€chlich etwas ruhiger, auf dem Weg zu einem Wasserfall sahen wir nur noch Makaken🐒und noch ein paar kleinere Echsen. Nach dem wir aber die steilste Treppe ever hinab und wieder hinauf liefen um den Wasserfall von nĂ€her zu betrachten können, wurden wir nochmals euphorisch. Ganz in der NĂ€he hat eine andere Gruppe einen wilden Elefanten gesichtet und den wollten wir natĂŒrlich nicht verpassen. Also fuhren wir los und siehe da, auf der Strasse kam uns tatsĂ€chlich ein Elefant entgegen! 😍🐘😍 Ein perfekter Abschluss von unserem Tag im Khao Yai Nationalpark, glĂŒcklicher hĂ€tten wir kaum sein können. 
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Back to Bangkok

Am nĂ€chsten Morgen bzw. Mittag, ausschlafen war wieder mal angesagt & nötig, nahmen wir den Bus und fuhren nach Bangkok. Zum zweiten Mal auf dieser Reise besuchten wir den Dreh- & Angelpunkt SĂŒdostasiens, doch dieses Mal buchten wir eine Unterkunft im touristischeren Stadtteil. Dies war die absolut richtige Entscheidung, denn bei unserem ersten Besuch hatten wir ja sehr gemischte GefĂŒhle der Stadt gegenĂŒber, dieses Mal gefiel es uns sehr gut. Drei Tage blieben wir in Thailands Hauptstadt und schafften es wieder nicht (zugegeben wollten es nicht schaffen) zum Königspalast. By the way, die Trauer um den verstorbenen König hat sichtlich nach gelassen und der neue ist nun auch offiziell im Amt, aber noch nicht gekrönt. DafĂŒr waren wir in der verrĂŒckten Khaosan Road (Hangover 2, lĂ€sst grĂŒssen), am weltweit grössten Markt (ein Tag reicht nicht um alles zu sehen) und nochmals in den westlichen Shoppingcentern😄. 

Ab nach Kambodscha

Die zwei Wochen Nordthailand sind schon wieder um, weiter gehts per Nachtbus nach Kambodscha. Rund zehn Stunden und einen nervenaufreibenden GrenzĂŒbergang spĂ€ter fanden wir uns in Siem Reap wieder. Ein nettes Guesthouse mit hilfsbereitem Personal hatten wir gebucht und so stand bald unser Plan fĂŒr die nĂ€chsten Tage fest… Ach ja, nach Siem Reap fĂ€hrt man hauptsĂ€chlich aus einem Grund: Die TempelstĂ€tten rund um Angkor Wat. Wer sich jetzt fragt: „Whaaaaat is Angkor Waaaaaaat?“, Angkor Wat ist das Machu Picchu von SĂŒdostasien, nur viel grossflĂ€chiger, Ă€lter und spiritueller. Ein absolutes Muss und laut den meisten ReisefĂŒhrer & Reisenden DAS Highlight SĂŒdostasiens. Jaaaap, wir haben uns also 2-3 Tage Zeit genommen die Tempelruinen zu besuchen. Der erste Tag verbrachten wir beim weitest entfernten Beng Mealea Tempel, hier kommt man sich vor wie in Indiana Jones (evtl auch weil Teile hier und anderen Angkor Tempel gedreht wurde😉), eine Ruine mitten im Dschungel, man ist sich nicht sicher was zuerst da war, der Tempel oder die ĂŒberall wuchernden BĂ€ume, die die Ruinen mittlerweile verschlingen. Der nĂ€chste Tag war etwas ruhiger und wir gingen erst zum spĂ€ten Nachmittag zum einen Tempel (keiiiine Ahnung wie der hiess) um den Sonnenuntergang mit hunderten anderen zu „geniessen“, war trotzdem schön. Am Abend hiess es frĂŒh ins Bett, denn  am nĂ€chsten Tag war die ‚Mega-Tour‘ geplant. Um 04:45h fuhren wir los nach Angkor Wat (so heisst auch der Haupttempel) um den Sonnenaufgang hinter der Tempel zu bestaunen. Wirklich wunderschön und fĂŒr einmal fing der frĂŒhe Vogel wirklich den Wurm, auch wenn es wieder viiiiiele Earlybirds gab. Als die Sonne oben und das perfekte Foto geknipst war, ging es weiter zuerst zu einem HĂŒgel (Kbal Spean) wo wir 40min hoch liefen und an einem Wasserfall im Flussbett die Gravuren von hinduistischen Gottheiten zu sehen bekamen. Danach brachte uns das Tuktuk zu verschiedenen weiteren absolut sehenswerten Tempel. Jeder fĂŒr sich hatte etwas Spezielles und Schönes, die Bauweise und Detailgetreue war jedes Mal beeindruckend. FĂŒnf Tempel und etliche Kilometer spĂ€ter schlossen wir den Tag an gleicher StĂ€tte wie er begonnen hatte ab – Angkor Wat. Bei Tageslicht besuchten wir schliesslich noch DEN Tempel und wir stimmen den ReisefĂŒhrern zu, ein echtes Highlight! So ging ein laaaanger, aber mega toller Tag zu Ende, wie auch unser Siem Reap Aufenthalt, denn am nĂ€chsten Morgen machten wir uns auf nach Battambang.

Angekommen in Battambang, schlenderten wir etwas durch das StĂ€dtchen. Laut unseren Informationen sollte es eine sĂŒsse Kolonialstadt sein mit toller Stimmung. Naja, das empfanden wir nicht wirklich so. Egal, wir hatten Mal zwei NĂ€chte gebucht und wollten eh noch ein bisschen recherchieren und planen fĂŒr die Zeit nach Kambodscha. Am einen Abend besuchten wir noch den Phare Zirkus, ein Zirkusprogramm fĂŒr benachteiligte Kinder und Jugendliche welche hier kostenlos Kunstunterricht und Schulbildung erhalten. Die gesamte Show wurde von den Jugendlichen zusammengestellt und wir bestaunten ihre zum Teil supercoolen KunststĂŒcke. Sehr empfehlenswert und dann noch was fĂŒr einen guten Zweck!


So und dann hat sich ein AnfĂ€ngerfehler bei uns eingeschlichen, eigentlich wollten wir am nĂ€chsten Tag weiter nach Sihanoukville fahren, doch wir haben die Buszeiten nicht abgecheckt und so war der Bus schon voll. Also mussten wir noch eine Nacht lĂ€nger bleiben und erfreuten uns dafĂŒr den ganzen Nachmittag lang an grandiosem Tennis, zuerst Murray raus dann Federer weiter. đŸ€— Am nĂ€chsten Morgen fuhr unser Bus dann und wir sassen wieder einmal den ganzen Tag im Bus – statt den versprochenen 9h dauerte es fast 12h😑. In Sihanoukville erfreuten wir uns dann 4 Tage lang ab den wunderschönen StrĂ€nden und mieteten dabei einen Tag lang noch einen Roller🏍 um auf Strand- Entdeckungstour zu gehenđŸŒŽâ˜€ïžđŸ–. Wir finden ab und zu muss man ein paar Chillertage einlegen um das Reisen richtig geniessen zu können, denn es ist schon viel was man so tagtĂ€glich an EindrĂŒcken aufnimmt. 😉


Phnom Penh und die traurige Geschichtslektion

Vom Strand zurĂŒck in die Stadt, genauer in die Hauptstadt Kambodschas Phnom Penh… Angekommen in der Grossstadt bezogen wir zuerst ein mega cooles Hotel, besuchten den gegenĂŒberliegenden Tempel und checkten Mal die Bars in der NĂ€he ab. Am nĂ€chsten Tag wartete der Königspalast und die Silberpagode auf uns. Dort gönnten wir uns mal eine Guide und erfuhren so viel vom Glauben der Khmer-Leute (so nennen sich Kambodschaner) und ihrem speziellen König (seine Mutter ist Französin und er wird darum fĂŒr seine „lange Nase“ belĂ€chelt, plus ist er so halb ein Mönch und darum weder verheiratet und liefert auch sonst selber keine Thronfolger ab😂). Der Palast, die GĂ€rten und die Pagode selbst war natĂŒrlich einmal mehr sehr schön anzusehen und in top Zustand. Danach hatten wir ein heisses und nervenaufreibendes Date mit dem TV in der Sportsbar, der Australian Open Final! Huiuiui war das ein geiles Spiel und spannend bis zum letzten Ballwechsel. Zuerst waren wir noch die einzigen die schauten, im fĂŒnften Satz dann sass das halbe Resti vor „unserem“ TV und alle fieberten fĂŒr Federer mit. Wir freuten uns mega, haben wir doch jedes Spiel mitverfolgt und z.T. mitgelitten #TeamFederer. 


DafĂŒr wurden wir am nĂ€chsten Tag wieder zurĂŒck auf den Boden der Tatsachen geholt, wir besuchten nĂ€mlich das S21 GefĂ€ngnis. Hier fĂ€ngt nun die traurige Geschichtslektion an von der wir zum ersten Mal hier was hörten. Von 1975-1978 fand in Kambodscha unter der Schreckensherrschaft von Pol Pot und seiner Roten Khmer ein schrecklicher Krieg bzw. Genozid statt. In dieser kurzen Zeit wurden 1.7 Millionen Menschen mehr oder weniger wahllos auf grausamste Art und Weise getötet, der Rest des Landes praktisch versklavt – wer nicht spurte starb. Das S21 war ihr Folterzentrum und in der Audiotour welche wir hier machten erfuhren wir Dinge die einem das Blut gefrieren und TrĂ€nen in die Augen schiessen lĂ€sst. Die allesamt unschuldigen Gefangenen hier wurden auf ĂŒbelste Art und Weise gefoltert und hingerichtet, die Nazimethoden perfektioniert und noch eine Schippe drauf gelegt. Nach gut 2.5h Rundgang, informativem Audiokommentar und teils verstörenden Bildern standen wir da und fragten uns erstens wie grausam Menschen nur sein können und zweitens wie es sein kann das wir noch NIE was davon gehört haben…!? Auf dem Weg nach Draussen dann das aufwĂŒhlendste Erlebnis ĂŒberhaupt, nur 7 Überlebende zĂ€hlt das FoltergefĂ€ngnis, zwei davon sassen auf einmal vor uns an einem Tisch und verkauften BĂŒcher die ihre schreckliche Geschichte erzĂ€hlen. Das GefĂŒhl das uns da ĂŒberkam ist fast unbeschreiblich – man will die mittlerweile Ă€lteren Herren nur umarmen, Trost spenden, ihnen alles geben was man hat, das Geschehene ungeschehen machen, es fehlen einem schlichtweg die Worte. Das unglaublichste an diesem dunklen StĂŒck Geschichte ist noch, dass der Westen 12 Jahre lang weiterhin die AnfĂŒhrer Roten Khmer in der UNO Vollversammlung als Vertreter Kambodschas sitzen liess und lange nicht glaubte das keine Revolution sondern ein Völkermord hier passierte! Wer mehr dazu erfahren will googlet am besten nach ‚Rote Khmer S21‘ oder liest den etwas Ă€lteren NZZ Artikel hier. Sorry wir wissen es -> Stimmungskiller, gehört aber genau so zu unseren Reiseerlebnissen wie die schönen Sachen. 

An unserem letzten Tag in Kambodscha durften wir noch in ein riiiiiesen Shoppingcenter und uns mit „westlichem“ Verbrauchsmaterial eindecken, denn am spĂ€ten Nachmittag verliessen wir Phnom Penh und flogen nach Yangon in Myanmar…. das war gestern 😊 Ob unsere Vorstellungen des Landes entsprachen, denn Myanmar war in der Planung unser Highlight Asien-Land, erfahren wir und ihr in den nĂ€chsten Wochen.
(P.S. Ende Februar geht’s weiter zuerst mit einem Zwischenstopp in Kuala Lumpur danach fĂŒr ca. 3-4 Wochen Sri Lanka! đŸ€— Ab jetzt gilt rollende Planung und regelmĂ€ssiger Budgetcheck – aber keine Angst, es dauert noch ein Weilchen bis die Kasse leer ist😉)

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