Don’t let the sun go down in Myanmar

Da sind wir nun, endlich angekommen in Myanmar (Burma). Als wir vor etwas mehr als 2 Jahren uns das erste Mal ĂŒber das Projekt Weltreise unterhielten, war eines ziemlich schnell klar – Myanmar ist ein Muss. Dazumal war das Land gerade im Aufruhr, der Opposition (mit ihrer FriedenskĂ€mpferin Aung San Suu Kyi) war zum ersten Mal nach 50 Jahren der MilitĂ€rdiktatur wieder ein Teil der Regierung ĂŒberlassen worden. Das MilitĂ€r zog sich langsam zurĂŒck und das Land öffnete sich ganz offiziell auch dem Tourismus. Anfang 2016 wurde die gesamte Macht ĂŒbergeben und Myanmar ist wieder eine richtige Demokratie – auf jedenfall auf dem Papier, mehr dazu spĂ€ter. Politisch hielt uns also nichts mehr auf Myanmar fest in die Planung aufzunehmen und auch sonst hörten wir nur Gutes darĂŒber – unser persönliches Asien Highlight war geboren.😄 

In Yangon ging es los und erstmals kam die ErnĂŒchterung – eine weitere Grossstadt und keine besonders schöne. Als wir uns zwischen den vielen Leuten und dem mega Verkehr inkl. rechtsgesteuerten Autos im Rechtsverkehr (!!!) einen Weg durch die Strassen bahnten, merkten wir schnell, dass unsere Erwartungen von den malerischen Landschaftsfotos getĂ€uscht wurde. Wir befanden uns mitten in einer lĂ€rmigen Stadt, voller Leute, Dreck und keinen Platz fĂŒr FussgĂ€nger. Nach kurzem Akklimatisieren besannen wir uns wieder und spazierten durch die Innenstadt von Yangon. Der Tag zog relativ schnell an uns vorbei, wir besuchten den Hauptplatz/ Park, liefen einmal quer durch die Stadt zu einer Pagoda mit begehbarer Stupa und wieder zurĂŒck durch etliche Gassen die allesamt einzigartig und doch gleich aussahen. Der nĂ€chste Tag begann an einem Textilienmarkt und der Nachmittag verbrachten wir in der eindrĂŒcklichen und wichtigsten Pagoda des Landes, der Shwedagon Paya Pagoda. Ihre riesige goldene Stupa ist schon von weitem sichtbar und in der Tempelanlage befinden sich mehrere kleine Tempel und GebetsstĂ€tte, viele sind mit Gold, Silver und Edelsteinen verziert, der Besuch lohnte sich wirklich. 


Nach unserem Abendessen im KFC (🙈darf auch mal sein) wurde es langsam Zeit die RucksĂ€cke zu holen und zum Busbahnhof aufzubrechen. Per Nachtbus ging es weiter nach Bagan, wo wir morgens um 05:30h ankamen. Auf der Dachterrasse des Hotels konnten wir beim FrĂŒhstĂŒck (das sich eher wie ein Mitternachtssnack anfĂŒhlte) etliche Heissluftballons beobachten, die fĂŒr den Sonnenaufgang ĂŒber Bagan hinweg stiegen. Anstatt die frĂŒhen Stunden zu nutzen verkrochen wir uns wieder im Bett😂 und erkundeten die erst ein paar Stunden spĂ€ter die nahe Umgebung. Bald merkten wir, dass um nach Alt-Bagan und den Tempelruinen zu kommen, ein fahrbarer Untersatz hilfreich wĂ€re. Also mieteten wir am nĂ€chsten Tag ein Elektroroller, fuhren von Ruine zu Ruine und staunten darĂŒber wie oft die auseinander fallenden Bauwerke noch als Tempel genutzt werden. Insgesamt ein sehr schöner Tag mit vielen beeindruckenden alten Tempeln, die uns einen guten Eindruck von einem vergangenem Königreich gaben. Den spektakulĂ€ren Sonnenuntergang genossen wir auf einem Tempel und beobachteten wie die Tempelebene in der Nacht verschwand.



FrĂŒh los mussten wir am nĂ€chsten Morgen, denn mit dem Boot fuhren wir den Ayeryarwady flussaufwĂ€rts um 13h spĂ€ter, um 18:00h in Mandalay anzukommen. Die gemĂŒtliche Fahrt war eine willkommene Abwechslung zu den Bussen, nebst Sonnenauf- und untergang bekamen wir ein paar schöne Landschaften und erstmals Burmesen abseits der Stadt und dem touristischen Bagan zu sehen. Schnell verstanden wir, dass ein Grossteil der Leute hier kein fliessend Wasser im Haus kannten und somit wird am Fluss Kleider gewaschen, Kinder und sich selbst gebadet, Wasser abgeschöpft und zum Haus getragen. Interessant und gleichzeitig auch so anders von was wir kennen – wir verwöhnten Schweizer halt😜. Auch lernten wir das herzliche Wesen der Burmesen kennen, alle winkten uns Touris auf dem Boot zu, die Kinder riefen laut „Bye Bye“ und freuten sich ĂŒbers zurĂŒck winken – Touristen sind hier (noch) eher was seltenes und darum bekommt man definitiv extra Aufmerksamkeit. 

Mandalay selbst hat uns jetzt dafĂŒr nicht wirklich umgehauen, ausser dem rekonstruiertem Königspalast, einigen alten Pagodas und dem Mandalay Hill gab es nicht viel zu sehen und machen. FĂŒr den zweiten Tag mieteten wir uns einen Taxifahrer und erkundeten die verschiedenen Sights ausserhalb der staubigen Stadt. Zuerst ging es nach Inwa, wo wir mit der Pferdekutsche das Dorf und die Landschaft erkundeten, als Adrian zum Schluss dem Pferd einen Apfel spendieren wollte, sagte der Fahrer ganz entgeistert „Noooo nooooo! Only bananas“ 😂. Man hat anscheinend nie ausgelernt, Pferde mögen Bananen – wĂ€r hĂ€tte das gedacht?! Danach brachte uns der Fahrer zur U-Bein-Bridge, sozusagen die KappelbrĂŒcke Myanmars, nur viiiiiel lĂ€nger (1.2km), aus Teakholz und eine simpleren Architektur, aber ein nicht weniger beliebtes Fotosujet. Wir kamen am Nachmittags an und liessen uns viel Zeit darĂŒber zu spazieren, die vielen VerkaufsstĂ€nde auf der BrĂŒcke zu studieren und das Kloster auf der anderen Seite anzuschauen. Als wir uns wieder zurĂŒck zum Taxi machten, dachten wir noch darĂŒber nach den Sonnenuntergang hier zu verbringen, doch als wir merkten das gerade Busse voller Leute fĂŒr ein paar tolle Fotos angekarrt wurden (mit den gleichen Touristen wie in Luzern, haha), entschieden wir uns lieber noch eine weitere Pagoda anzuschauen und dann zurĂŒck in die Stadt zu fahren. 

Am nĂ€chsten Tag ging es dann fĂŒr Nicole mit einer der unangenehmsten Fahrten weiter. In einem Kollektivtaxi stand eine sechs stĂŒndige Fahrt ins schöne Hsipaw an, wĂ€hrend Adi vorne auf dem Beifahrersitz sass, wurde Nicole auf der RĂŒckbank von einem chinesischen Paar verdrĂŒckt und sagen wir es Mal so, es waren nicht die angenehmsten Sitznachbarn. Nach im Endeffekt einem ganzen Tag im Auto, gönnten wir uns ein Nachtessen am Fluss inkl. dem dringend benötigten Glas Wein😅. Den nĂ€chsten Tag verbrachten wir mit Drahteseln bewaffnet im friedlichen Hsipaw, wĂ€hrend wir in der Teestube Tee schlĂŒrften kamen die MĂ€dchen-Mönche (Nonne wĂ€re das falsche Wort) und sammelten Spenden, die Gesichter als wir ihnen was gaben – unbezahlbar! SpĂ€ter ĂŒberblickten wir das Tal von Mrs. Popcorns Garten aus, wo man nebst frischen FruchtsĂ€ften auch FrĂŒchteteller, alles aus ihrem Garten, geniessen konnte. Auch sonst als wir durch die Shan-Dörfer (rund um und in Hsipaw wohnen die Shan-Leute, eine der Minderheiten in Myanmar) sah man uns wieder mit grossen Augen an, die Kinder winkten und riefen Bye Bye (Hello ist anscheinend ein noch unbekanntes Wort, hihi), es geht hier alles sehr herzlich zu und her. Als wir am Shan Palast vorbei fuhren, entschieden wir uns spontan ihn zu besuchen. Dort lernten wir viel ĂŒber die Geschichte Myanmars, den MilitĂ€rputsch und der letzten Hausdame des Palasts, Inge Sargent – eine Österreicherin die mit dem ehemaligen Shan Prinz verheiratet war bis er beim Putsch ermordet wurde und sie flĂŒchten musste (zufĂ€lligerweise hatte Nicole am Abend zuvor die Autobiografie von Inge Sargent begonnen zu lesen und kann es jedem empfehlen der einen Einblick in die burmesische Lebensweise & gleichzeitig ĂŒber den Putsch erfahren möchte „DĂ€mmerung ĂŒber Burma“). Eine Wanderung durch das Tal von Hsipaw stand am nĂ€chsten Tag auf dem Plan, zusammen mit drei anderen und einem lustigen Guide spazierten wir zwischen Reisfeldern durch, fotografierten die etlichen WasserbĂŒffel und besuchten verschiedene Shan-Dörfer. Nach einer meeega feinen Nudelsuppe 🍜 wechselten wir am Nachmittag auf ein Boot und machten noch eine Flussfahrt durch die wunderschöne Landschaft. So ging erneut ein super Tag zu Ende und wir freuten uns die lange Fahrt ins abgelegene Hsipaw auf uns genommen zu haben. 


Die RĂŒckreise traten wir mit dem Zug an und zwar mit der langsamsten Eisenbahn ever. Die Fahrt nach Pyin Oo Lwin dauerte ca. 8h und das obwohl es nur ca. 140km sind! FĂŒr zusammen 5$ gab’s sogar 1.Klasse Tickets und so tuckerten wir gemĂ€chlich durch die Gegend mit verschiedenen Halten wo Frauen Körbe voller Esswaren zum Verkauf einstiegen und beim nĂ€chsten Stopp wieder ausstiegen. Als wir am spĂ€ten Nachmittag in Pyin Oo Lwin ankamen, waren wir froh eine Nacht hier zu verbringen und nicht noch 2h weiter mit dem Shared Taxi nach Mandalay zu fahren. Am nĂ€chsten Morgen schnappten wir uns Velos und fuhren die paar Kilometer zum botanischen Garten (obwohl Park die bessere Bezeichnung wĂ€re), spazierten ein paar StĂŒndchen herum und konnten sogar noch ein paar Gibbon Äffchen erspĂ€hen. SpĂ€ter am Abend fuhren wir mit dem Taxi und einem mörderischem Fahrer wieder nach Mandalay, wo wir noch einen Tag verbrachten bevor uns der nĂ€chste Nachtbus nach Kalaw brachte.


 Um 03:30h kamen wir im eiskalten Kalaw an und froren uns die Ärsche ab😁 von ĂŒber 30C zu vielleicht 10C war ein echter Temperaturschock. Schnell verkrochen wir uns im Hotel unter den zwei Extradecken. Ausgeschlafen und gestĂ€rkt nahmen wir uns wieder FahrrĂ€der und machten uns auf die Suche nach einem passenden Trekkingveranstalter, den die nĂ€chsten Tage wollten wir zum Inle See wandernd verbringen. Als wir mit Uncle Sam den passenden Veranstalter gefunden hatten, stellte sich die Frage in wie vielen Tagen wir die Wanderung machen wollten. Adrian war natĂŒrlich von der dreitĂ€gigen super Wanderung angetan, wĂ€hrend Nicole lieber den 2-Tage Trek machen wollte. Die Dame im BĂŒro bot uns dann an das Adi drei Tage macht und Nicole am zweiten Tag dazu stösst – das klang nach einem prima Kompromiss! Also zog Adrian am nĂ€chsten Morgen die Wanderschuhe an und Nicole hatte einen Tag fĂŒr sich, das erste Mal seit fast 9 Monaten verbrachten wir mal wieder 24h getrennt voneinander. Den Morgen darauf stiess Nicole dann zur Gruppe dazu und zusammen liefen wir zwei Tage lang durch schönste Landschaften, erlebten einmal mehr die Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Burmesen kennen und schliefen auf einfachste Art und Weise im Homestay im Bauernhaus (mit den Ochsen einen Stock unter den SchlafrĂ€umen😂). Als wir dann am See ankamen genossen wir die Überfahrt im Boot und beobacheten die noch traditionellen Fischern im Balanceakt auf ihren Booten. Ein gelungener Wandertrip und sehr empfehlenswert! In Inle verbrachten wir drei gemĂŒtliche Tage, in welchen wir zugegeben nicht allzu viel unternahmen und uns lieber auf unsere Regeneration konzentrierten😉. 


FĂŒr die letzten vier Tage in Myanmar entschieden wir uns noch die laaaaange Busreise in den SĂŒden zu wagen, völlig erschöpft trafen wir nach 18h reisen in Mawlamyine ein. Die schöne Stimmung am Fluss lud zu einem Spaziergang ein und schlossen den Tag mit dem Sonnenuntergang auf der Dachterrasse des Hotels bei Bier & Wein mit einer Busreise „Leidensgenossin“ ab. Mit einer landschaftlich beeindruckenden dreistĂŒndigen Bootsfahrt fuhren wir am nĂ€chsten Morgen ins nahe gelegene Hpa-An weiter. Das StĂ€dtchen liegt umgeben von Kalksteinbergen und Höhlen wunderprĂ€chtig um mit dem Roller zu erkunden. Genau das taten wir dann auch am nĂ€chsten Tag und genossen die schöne Landschaft und die herzhaften Leute Myanmars ein letztes Mal. Am spĂ€ten Abend fanden wir uns nĂ€mlich wieder in Yangon ein bevor wir am nĂ€chsten Tag von Myanmar – das sich wirklich als Highlight bewahrheitete – Abschied nahmen und ins Flugi nach Kuala Lumpur stiegen.

Seit gestern Abend befinden wir uns jetzt also in der Millionenstadt Kuala Lumpur und nebst ein wenig Sightseeing werden wir die drei Tage hier hauptsĂ€chlich zu Planungszwecken brauchen (yeaaah endlich wieder anstĂ€ndiges Wlan😄). Am 27.2. fliegen wir nĂ€mlich weiter nach Colombo in Sri Lanka und die vier Wochen dort, sowie die Weiterreise danach, benötigen noch etwas Planungsaufwand unsererseitsâ˜ș. 

Hier noch ein Petronas Towers Selfie mit unserer neuen iPhone Fisheye Linse😉😄
Und weil ein weiterer Kontinent nun auch praktisch schon hinter uns liegt, ist es Zeit fĂŒr unsere persönlichen SĂŒdostasien Top Five:

  1. Tauchen in Thailand: Ha! Wen verwunderts? Wir haben uns Hals ĂŒber Kopf ins Tauchen verliebt und Thailand war der perfekte Ort dafĂŒr. Wir freuen uns jetzt schon unser Logbuch weiter zu fĂŒllen.
  2. Angkor Wat: Die gewaltige TempelstÀtte rund um und mit Angkor Wat war definitiv ein kulturelles Highlight. Die zum Teil wunderschönen Ruinen werden uns noch lange im GedÀchtnis bleiben.
  3. Halong Bay: Die wunderschöne Kreuzfahrt durch die beeindruckende Halong Bay war definitiv das Vietnam und auch eines unser SĂŒdostasien Highlights! Wahrscheinlich liegt es auch an den vielen lustigen Momenten die wir mit Ivo hatten – Zitrone🍋🍋🍋😂😂😂.
  4. Luang Namtha Jungletrek: das Trekking durch den Dschungel in Nordlaos war zwar eine körperliche Herausforderung, aber ziemlich sicher eine der spannendsten Wanderungen und Weihnachten unseres Lebens!
  5. Leute in Myanmar: Die herzliche und freundliche Art der burmesischen Bevölkerung ist kaum zu ĂŒbertreffen, trotz ihrer so schwierigen Vergangenheit haben sie immer ein LĂ€cheln im Gesicht. Sie machen Myanmar zum zauberhaften Land das es ist. Wir hoffen der zunehmende Tourismus nimmt ihnen dieses wunderbare Wesen nicht.

4 Kommentare zu „Don’t let the sun go down in Myanmar

    1. Das ist die lĂ€ngste und beste EisenbahnbrĂŒcke Myanmars – englische Ingenieurskunst, die hĂ€lt noch 1000 Jahre😉
      Jetzt sind wir mal 4 Wochen in Sri Lanka, danach gehts nach Dubai und dann schauen wir mal🙃

      GefÀllt mir

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