Teatime in Sri Lanka

Nach dem Grossstadt-Tummel in Kuala Lumpur – den wir beim Shoppen & Sightseeing extrem genossen haben – sind wir in Sri Lankas Hauptstadt Colombo angekommen. Nach einer kurzen Nacht machten wir uns am Morgen auf, um die Stadt zu besichtigen. Leider stellten wir ziemlich schnell fest, dass Colombo nichts besonders ist und wir froh waren am nächsten Tag gleich weiter zu reisen. Nach drei Stunden Zugfahrt der Küste entlang (zwei davon stehend im überfüllten Zug), kamen wir in Unawatuna an. Leider hatte es kurz vor unserer Ankunft geregnet, so dass der Strand nicht wirklich eine Option für den angefangenen Nachmittag war. So machten wir uns halt über die regionalen Aktivitäten schlau und holten im Reiseführer lesen auf. Zum Abendessen ging es dann trotzdem an den Strand und bei trockenem Wetter konnten wir mit den Füssen im Sand mal wieder einen Burger verdrücken. 😅 Für den nächsten Tag war ein Ausflug ins nahe gelegene Galle auf dem Programm, das härzige Festungsstädtchen, dass noch von den Holländern gebaut wurde, verzauberte uns mit seinem Charme. Einen netten Tag verbrachten wir hier im Fort. Für den nächsten Morgen bereitenden wir uns auf eine in letzter Zeit zu kurz gekommene neue Leidenschaft vor – das Tauchen! Zwei Tauchgänge standen an, zuerst zu einem Wrack und nachmittags zu einem Unterwasserfelsen. Schön war es, wieder einmal unter Wasser zu sein und gesehen haben wir nebst dem tollen Wrack ein paar Rochen, Baby-Moräne, Oktopus und viele bunte Fische. 🐙🦀🐟🐡🐠


Als am nächsten Morgen die Sonne immer noch schien, entschlossen wir uns ganz spontan einen Strandtag einzulegen bevor wir mit einem Tag Verspätung quasi nach Weligama zum surfen aufbrachen. Kaum sind wir im Surferort angekommen, schon standen wir (oder eher probierten) auf dem Brett🏄🏻🏄🏽‍♀️. Den ganzen Nachmittag versuchten wir uns beim Wellenreiten und machten nur Pause um zu duschen, Rice & Curry zu essen, schlafen und dann frühmorgens gleich wieder aufs Brett zu gehen. Bis zum Mittag hatten wir dann aber genug Salzwasser geschluckt und den Meeresspiegel um gefühlte 3cm herab gesetzt, so dass wir ins 5km entfernte Mirissa weiter fuhren. Mirissa ist ein schon ziemlich touristischer Strand- und Ferienort, in dem man locker einige Tage verbringen könnte. Wir entschieden uns für zwei Nächte und buchten gleich für den nächsten Morgen eine Whale-Watching Tour. Um 06:00h ging es los, die Suche nach dem grössten Tier dieser Erde, auf dem Trimaran schipperten wir gut 90 Minuten hinaus ins offene Meer bis wir den ersten Blauwal zu sehen bekamen. WOW 🐋, den obwohl wir nur den oberen Teil des Meeressäuger sahen, konnte man schnell und gut die gewaltige Grösse des Wals erkennen. Nach etwa 2 Minuten an der Oberfläche tauchte er wieder ab und das Schiff stellte sich darauf ein ihn eine Viertelstunde später (so lange tauchen Blauwale in der Regel ab) wieder zu sehen. Nicole nutzte die Gunst der Stunde um schnell das Bad aufzusuchen, kaum drin klopfte ein Bootboy „Miss please make it fast, there is another whale“, und tatsächlich erschien nur wenige Minuten nach dem abtauchen des ersten Wals ein zweiter Blauwal an ähnlicher Stelle. Was für ein Glück wir wieder hatten! So konnten wir gut eine Stunde lang im 15 Minuten Takt gleich zwei der grössten Tiere auf dem Planeten im kleinen Umkreis beobachten 🤗. Wir waren überglücklich, nicht nur wegen der Sichtung an sich, sondern auch den richtigen Veranstalter gewählt zu haben, den viele der Schiffe jagen den Walen mittels Sonargeräten nach und z.T. lauern dann anscheinend 20 Boote um einen Wal. Wir jedoch waren das einzige Boot weit und breit, zu dem nutzt die Crew keine Sonargeräte sondern verlässt sich auf ihre Erfahrung. Anyway, auf der Rückfahrt konnten wir dann auch noch verschiedene Delfine und eine Meeresschildkröte sichten, ein absolut gelungener Ausflug! Den Nachmittag liessen wir am Strand ausklingen und genossen die (teils gefährlich) hohen Wellen im Meer, wie kleine Kinder😄. 


 Nach den entspannten letzten Tagen fuhren wir per Bus (Busfahren ist hier meeeega günstig, dafür fahren sie wie die grössten Vollidioten) weiter nach Tangalle wo wir – Überraschung – nochmals ein Strandtag einlegten, hihi, das Strandleben hat uns gepackt… Doch das sollte vorläufig der letzte sein, den von hier aus ging es weiter nach Tissamaharama, so dass wir den Yala Nationalpark besuchen konnten. Nach dem wir ein nettes Guesthouse gefunden hatten und hausgemachtes Rice & Curry für das z’Nacht bestellt hatten, machten wir uns schlau um den passenden Safari Anbieter zu finden. Gesagt – getan, um 04:30h sassen wir am nächsten Morgen auf dem Jeep und fuhren zum Eingangstor des Nationalparks. Während wir auf die Öffnung warteten reihten sich etliche Jeeps hinter uns auf, wir waren froh früh los und so einer der ersten zu sein. Dann ging es los und die Jagd, denn so kam es uns vor, nach dem Leopard war eröffnet. Nach gut 20min dann kam der Anruf und unser crazy Fahrer brauste ohne Rücksicht auf Verluste los, fünf Minuten später standen wir (und etwa 10 andere Jeeps) vor einem Baum wo in den Ästen ein Leopard sich ausruhte (so gut dies bei dem Auflauf wohl ging). Überglücklich probierten wir ein paar gute Fotos zu machen und freuten uns über unser Glück so schnell die wunderschöne Grosskatze zu erspähen. Als es dem Tier dann zu viel wurde, der Trubel um ihn war auch uns etwas too much, kletterte er vom Baum, überquerte genau vor uns die Strasse und verschwand zwischen den Bäumen in den geschützten Dschungel 🐆😍🐆. Jippie, endlich hat es geklappt und wir haben eine Grosskatze gesehen (man erinnere sich – im Amazonas haben wir vergeblich nach dem Jaguar und in Laos nach dem Tiger gesucht), die Safari hat sich schon gelohnt! Im weiteren Verlauf des Morgens fuhren wir noch weiter durch den Park, erspähten nebst vielen Pfauen und Wasserbüffeln auch Elefanten und Krokodile, die zwei Wildlife Suchtis waren zufrieden mit der Ausbeute😁. 


Mit immer noch breitem Grinsen im Gesicht fuhren wir am folgenden Morgen per Tuk Tuk und Bus Kombi ins Hochland nach Ella. Umgeben von Teeplantagen und Bergen genossen wir gleich mal die etwas kühleren Temperaturen von nur noch ca 25C. Durch das, dass wir schon früh Ella erreicht hatten, konnten wir den Nachmittag glich nutzen um den Little Adam’s Peak zu besteigen. Circa eine Stunde führt ein steiler Weg durch die Teeplantagen auf den Gipfel des kleinen Bergs und wir wurden mit einer schönen Aussicht belohnt. Auf dem Rückweg machten wir einen kleinen Umweg und besuchten noch eine Teefabrik in der wir nebst einer (schlechten) Führung ein Tässchen Tee erhielten und auch gleich kauften. Wieder früh los ging es am nächsten Morgen, denn die Wanderung zum Ella Rock stand an. Was als sehr schöne Wanderung entlang der Zugstrecke anfing, dann durch Teeplantagen führte und endete mit einem steilen Aufstieg durch einen Pinienwald am Ella Rock mit prächtiger Aussicht. Kurz vor Mittag waren wir wieder zurück in der Unterkunft und liessen am Nachmittag etwas die Seele baumeln, denn am folgenden Morgen war wieder volles Programm angesagt. Mit dem 06:30h Zug fuhren wir eine Stunde lang durch die entzückende Teelandschaft um in Haputale zur ersten Lipton Teefabrik zu gelangen. Von dort aus führte ein 8km langer steiler Weg zum Lipton’s Seat, ein Aussichtspunkt an einer steilen Klippe hoch über den Teeplantagen. Mit drei weiteren Wanderern fingen wir an zu laufen und die auf einer Karte eingezeichnete Abkürzung durch die steile Plantage nehmen. Nach einem halbstündigen sehr steilen Aufstieg merkten wir, dass kein Weg weiter führt und mussten wieder kehrt machen😕. Doppelt nervig, dass mittlerweile Wolkenfelder aufzogen und wir zu sehen konnten wie unser Ziel vom Nebel eingenommen wurde und die Aussicht flöten ging. Mit viel Verspätung schafften wir es dann doch hinauf zum Lipton’s Seat und sahen anstatt der Aussicht bis zur Küste tatsächlich nur eine Wolkenwand😒. Egal, der Weg durch die wunderschöne Plantage hat sich allemal gelohnt und für einmal war halt wirklich nur der Weg das Ziel. Zurück bei der Teefabrik liessen wir uns eine Besichtigung nicht nehmen und schmunzelten etwas als uns der „moderne“ Prozess gezeigt wurde, denn die Fabrik sieht aus als hätte seit 1890, als Thomas Lipton die Fabrik errichten liess, sich nichts verändert.


Nach drei Tagen mit viel Bewegung, stand ein Tag im Zug an – von Ella nach Kandy ging es per Bahn 7 Stunden durch Sri Lanka’s Hochland, eine sehr schöne Zugfahrt! Kaum sind wir aus dem Zug gestiegen fing es an zu regnen und zwar so richtig, die Strassen wurden innerhalb von wenigen Minuten überflutet und die Tuk Tuk Fahrt ins Guesthouse war nicht ganz so lustig wie sonst. Zum Abend hin hörte es glücklicherweise wieder auf und wir konnten im Trockenen zum Restaurant laufen. Am nächsten Tag stand der Zahntempel und die Stadt Kandy auf dem Programm, die Besichtigung des Tempels war sehr interessant da viele Pilger die Stätte besuchten und ihre Opfergaben niederlegten. Doch haben wir auf unserer Reise schon viele Tempel gesehen und dieser würde es nicht in unsere Top 10 schaffen. Den Nachmittag verbrachten wir (in der brütenden Hitze) im Städtchen und am schönen See von Kandy und zum Z’Nacht gab es wieder unser geliebtes Kotthu😋. 


Schon vor 10 Monaten als wir mit unserer Reise begonnen hatten, wollten wir eine Rafting Tour machen, doch nie hat es geklappt – entweder hatten wir zu viel oder zu wenig Wasser. Jetzt hatten wir endlich mal die Möglichkeit und die nutzten wir auch. Mit Hilfe der super hilfsbereiten Guesthouse Besitzer konnten wir ein Fahrer und Tour organisieren, so dass wir quasi nur noch einsteigen mussten. Das Rafting in Kitulgala war lustig, jedoch eher harmlos, da es in diesem Teil des Landes schon länger nicht mehr geregnet hatte (also irgendwie doch wieder den falschen Wasserstand erwischt) – egal es war trotzdem ein lustiger Vormittag und wer weiss, vielleicht bietet sich sonst noch Mal die Gelegenheit. Zurück in Kandy schnappten wir uns den nächsten Bus ins Kulturdreieck Sri Lankas, genauer gesagt nach Sigiriya. Dort bestiegen wir am nächsten Morgen früh den Sigiriya Rock – ein riesiger Felsen mitten im Flachland, der in der Antike wahrscheinlich als Königspalast diente. Obwohl wir vor 08:00h morgens los sind, war schon extrem viel los im archäologischen Park und die (von uns nicht erwarteten) Touristen-Busse reihten sich langsam auf. Das heisst der steile Aufstieg war bis zur mittleren Plattform (viele der vor allem asiatischen Touris klettern nicht ganz nach oben) vor allem viel Stau stehen😟, nicht gerade was wir uns vorgestellt hatten. Egal, wir wollten trotzdem bis zum Gipfel und dort war es wirklich schon viel ruhiger. Nebst sehr gut erhaltenen Ruinen (wie sind die vor über 1000 Jahren nur dort hoch gekommen?!), war natürlich auch die Aussicht grosse Klasse. Als es uns langsam zu heiss wurde, liefen wir die ganzen Stufen wieder hinab und schauten uns die Stätte rund um den Rock noch an. Nachmittags wollten wir eigentlich noch einen kleineren Hügel in der Nähe besteigen, um Sonnenuntergangsbilder mit dem Sigiriya Rock machen zu können, doch es war uns einfach zu heiss für einen weiteren Aufstieg, also liessen wir es sein. 


Ein weiterer Ort im Kulturdreieck ist Anuradhapura, wo wir per Bus in nur gerade 2h ankamen. Wieder liess uns die Sonne ihre Kraft spüren, wir waren froh um die Klimaanlage im Zimmer und verschoben unsere Tempeltour um ein paar Stunden. Am kühleren Abend besuchten wir den grössten Tempel der Stadt und konnten die in weiss gekleideten Pilger beobachten, die zum Gebet und Opfergabe (meist Blumen oder Essen) herbeiströmten. Sehr imposant und eine vor allem schön mit anzusehende Zeremonie, man könnte sagen wir hatten fast schon einen spirituellen Moment☺️. Mit dem Velo machten wir uns am nächsten Morgen auf, um die Ruinen der verschiedenen Tempelstätte rund um und in Anuradhapura zu besichtigen. Die Stadt war lange Zeit eine der Hauptstätte des alten Ceylons und soll zu jener Zeit auch zu den grössten Städten Asiens gehört haben. Viele der Ruinen sahen wir uns mehr im vorbeifahren an, wir merkten schnell, dass wir uns langsam an Ruinen und Tempel satt gesehen haben, dementsprechend liess unsere Motivation etwas zu wünschen übrig 🙈😅. Alles in allem hatten wir trotzdem ein paar schöne Stunden auf dem Velo, wobei unser Highlight nicht die Ruine, sondern eher die Affen überall und die Bäume voller schlafenden Flughunde war, hihi. 


Nachmittags stiegen wir mal wieder in einen Bus und fuhren zurück zur Küste, dieses Mal die westliche, genauer gesagt nach Kalpitiya. Ein ruhiges Fleckchen, perfekt um auszuspannen und eigentlich auch zum Tauchen, doch leider war am nächsten Morgen der Wind so stark das unser Tauchgang abgesagt wurde und auch das alternative Dolphin-Watching nicht stattfinden konnte. Jäno, nur halb so schlimm, ein Tag auf der faulen Haut rumliegen war auch ganz angenehm 😄. Dafür gab es am folgenden Tag um 03:30h keine Ausreden, als wir zusammen mit drei anderen von der Unterkunft in den Wilpattu Nationalpark fuhren, um nochmals eine Jeep Safari zu machen. Es sei gleich gesagt, das Geisser Glück lässt nach, denn den Leopard verpassten wir um wenige Minuten😔 die zwei Jeeps vor uns fuhren als wir zur Stelle kamen gerade weiter, da sich das Kätzchen verzogen hatte. Dafür sahen wir sonst viele der kleineren Tiere, die eigentlich sonst zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, weil alle nur die „grossen“ Tiere sehe möchten. Wir waren jedenfalls nicht allzu unglücklich, denn Safari-technisch haben wir uns sowieso noch was grösseres vorgenommen, but first things first… Nächstes und letztes Ziel in Sri Lanka war Negombo, hier verbrachten wir unsere letztem drei Nächte. Einen Tag widmeten wir dem Tauchen, dieses Mal klappte alles und wir konnten zwei schöne Tauchgänge im indischen Ozean unserem Logbuch hinzufügen 🐠🐟🐡🦀. Ansonsten besorgten wir uns noch die letzten Souvenirs, assen nochmals so viel wie möglich von der köstlichen sri-lankischen Küche und genossen die Sonne. 


So ging der Monat in Sri Lanka zu Ende und wir freuen uns dieses schöne Land kennengelernt zu haben. Landschaftlich wirklich ein kleiner Juwel und noch nicht wirklich überlaufen, menschlich hätten wir noch einige Verbesserungsvorschläge für die Männerwelt, doch insgesamt haben wir meist nur freundliche Einheimische kennengelernt. Wer weiss, vielleicht kommen wir in ein paar Jahren wieder, empfehlen können wir es jedenfalls! 

So und jetzt fragt sich der ein oder andere vielleicht wo es als nächstes hin geht… Also momentan geniessen wir gerade einen vier Tage Stopover in Dubai und dann geht es weiter *trommelwirbel* nach Afrika! Jap genau, heim kommen steht noch nicht auf der Agenda 😆 wir fliegen zu den Victoria Falls in Simbabwe und werden von dort aus an einer Tour durch Botswana und Namibia teilnehmen und auch Südafrika steht noch auf dem Plan! Wir freuen uns schon meeeeeega! 🦁🦁🦁🐃🐆🐆🐃🐆🐘🐘🐘